DIE HERKUNFT DES NAMENS „HALLORE"
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zieht er die Bezeichnung „Halurgae oder Saltzleute" in Be-tracht, die sich auf S. 208 eines berühmten, den Aberglaubendes Mittelalters auf das Gründlichste behandelnden Werkesvorfindet, des 1668 zu Magdeburg erschienenen „Anthropode-mus plutonicus" von M. J. Praetorius. Nach Prof. Dr.0. Bremer in Halle wäre der Übergang von „Halurga" in„Hallore" den Gesetzen der Halleschen Mundart und Rede-weise vollständig entsprechend, und hätte sich wahrscheinlichfolgenden Stufen gemäß vollzogen: Halürga, Halürja, Halürje,Halörje, Halöre, und schließlich (unter Anlehnung an denNamen der Stadt) Hallore. Ein Bedenken bleibt bei Geb-hardt nur noch insofern bestehen, als ein Wort Halurga inkeinem lateinischen oder griechischen Wörterbuche aufzufindenist; da jedoch die Salzgewinnung in manchen technologischenWerken des 18. und noch des 19. Jahrhunderts unter demStichworte „Halurgia" abgehandelt wird, vermutet er, daß esein älteres, ursprünglich der Gelehrtensprache zugehörigesWort „Halurga" gegeben habe, das Salzarbeiter oder „Salz-wirker" ( = Salzmacher) bedeutete.
Dafür nun, daß diese Vermutung zutrifft, ist es mir jüngstgeglückt, den Beweis zu erbringen. Der aus Halle gebürtige,und einer alten Halleschen Familie entsprossene AndreasLibau, in lateinischer Form Libavius geheißen, und inder Geschichte der Wissenschaften bekannt als Verfasser desersten eigentlichen Handbuches der Chemie, der „Alchemia"von 1595, gab nämlich 1615 zu Frankfurt ein sehr gelehrtesWerk heraus: „Syntagma Alchemiae Arcanorum", d. h. „Zu-sammenstellung der chemischen Heilmittel"; auf S. 460 und 461des ersten Bandes spricht er dort von den „griechischen undarabischen Halurgi", sowie von den „Halurgi salinarum", d. i.von den Salzsiedern der Salinen. Das Wort, das vom grie-chischen „Hals" (= Salz) ganz ebenso abgeleitet ist, wieMetallurgie von Metall, wird von ihm nicht weiter erklärt, eswar also offenbar zu jener Zeit den Gelehrten schon bekannt