336 ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II.
in den Jahren nach der Schlacht bei Tannenberg (1410),— so berichtet Brederlow 1 —, blieben Aschenhandel und-fabrikation immer noch sehr bedeutend, und „auf dem DanzigerMarkte konnte man in dieser Zeit jährlich erwarten 6000 bis7000 Faß Pottasche und 2000—3000 Last Weedasche". Bre-derlow ist der Ansicht, daß als Waidasche die gemeine Holz-asche zu betrachten sei, die man auch in eisernen Töpfen kal-zinierte, wobei sie (infolge Verbrennung der beigemengtenKohle) grau oder weißlich wurde; 2 die kalzinierte Waidasche,die weniger ätzend als Pottasche, und deshalb von den Bleichernsehr gesucht war, pflegte man noch in späteren Zeiten beimVerpacken mit dem Hammer möglichst fest einzuschlagen,offenbar, weil sich die Ware desto weniger zerfließlich erwies,je vollständiger der Zutritt feuchter Luft abgehalten wurde.Vermutlich rühren hierher, und vielleicht auch vom Zer-stampfen der großen, oft sehr harten, gebrannten Rohaschen-stücke, die Ausdrücke „Cineres clavellati" und „Cineres cla-vati", — deren letzteren, nach Herrn Dr. Speter, 3 Ducangeschon in einer französischen Färbereiverordnung vom Jahre1332 vorgefunden hat —, denn „clavatus" und „clavellatus",vom lateinischen „clava" und „clavella" (die Keule), heißt„gestampft"; die Ableitungen von clavellis (Faßdaube) oderclavicula (Weinrebe), wären also erst spätere, auf unrichtigenund unwahrscheinlichen Etymologien beruhende. 4
Weiterhin, im 16. Jahrhunderte, 5 spricht ein DanzigerAktenstück von „Weyde-Asche", und von „Potasche" ver-schiedener Herkunft, und bemerkt, daß Waidasche gebraktwird, Potasche oder Potasch aber nicht; auch in einer Rigaer
1 Brederlow, S. 174. 2 s. Speter, S. 203, der die AusdrückeAschensalz, Verbranntes Salz, u. dgl., anführt. 3 a. a. O., S. 209. 4 Fürzerkleinerten Zucker kennen frühere Zeiten die Namen „zucchero chiavato"(ital. chiava = Keule, chiavella = Stämpfel), „zucchero pillato" (ital. pillo =Stößel), „zucchero conquassato" (ital. conquassare = zerstampfen); daherschreiben sich die, noch jetzt im Zuckerhandel gebräuchlichen BezeichnungenPile, Concasse, Stampfzucker, Stampfmelis. 6 Speter, S. 204.