ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II. 329
einfachen, die möglichst übersichtliche Zusammenstellung einigerhistorischer Tatsachen vorausgeschickt.
I. — Auf die Geschichte der Alkalien im Altertum sollan dieser Stelle nicht eingegangen werden, doch sei erwähnt,daß die Entstehung alkalisch reagierender Aschen aus Pflanzen-stoffen wohlbekannt war 1 und richtiger beurteilt wurde, alszum Teil noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Soz. B. erzählt Lucian (um 150 n. Chr.), daß sein Zeitgenosse,der Philosoph Demonax aus Zypern, auf die Frage einesSpötters: „Wenn ich 1000 Pfund Holz verbrenne, wievielPfund Rauch entweichen da?", schlagfertig antwortete: „Wägedie Asche, das Fehlende ist als Rauch weggegangen". 2
Die älteste persische Pharmakopoe des Abu MansurMuwaffak (975 n. Chr.) führt verschiedene Arten Alkali-kräuter, und Qualja (= Kali) als Produkt ihrer Verbrennung,schon als etwas ganz Gewöhnliches an. 3 Von den Persern,vielleicht auch von den Syriern und alexandrinischen Griechen,übernahmen die Araber diese Kenntnis; Avicenna oder Ibn-Sina (980—1037) macht im „Kanon der Medizin" zwar viel-fach Anwendung von Alkali, beschreibt es aber, als etwasschon Allbekanntes, nicht näher, 4 und nur der Kommentatorbemerkt, das. eigentliche Alkali der Araber sei ein gewisserTeil, nämlich die steinharte Masse, aus der Asche verbrannterGewächse, und dieses Alkali, mittels dessen man Glas undSeife bereite, heiße im Abendlande Alumen catinum. 5 Derspanische Araber Abul-Kasim (936—1016) schildert dagegenum das Jahr 1000 sehr eingehend, wie man „Herba alkali"verbrennt und extrahiert, die wässerige Lauge in Töpfen aufdem Ofen zur Trockne bringt (in olla in clibano coagula), unddas Salz ganz ebenso weiter reinigt wie die natürliche Soda,
1 S. meine „Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Natur-
wissenschaften" (Leipzig 1906). 2 Lucian „Demonax", cap. 39.
• s „Abhandl. U .Vorträge", S. 85. 4 Übers, des Andreas Bellunejisis,
Venedig 1544, S. 139. 5 ebd., Anhang, S. 6.