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ZUR GESCHICHTE DER VERGIFTUNG.DURCH KOHLENOXYDGAS 1
n einem vor anderthalb Jahren erschienenen Aufsatzeüber die Vergiftung durch Kohlenoxydgas wiesD. Binder darauf hin, daß Seumes 1802 verfaßter„Spaziergang nach Syrakus" die älteste Beschreibung einesderartigen Unglücksfalles enthalte; 2 Seume, — den dieGegenwart nur mehr aus seinem Gedichte vom Kanadierkennt, dessen Schlußverse „Seht, wir Wilde sind doch bessereMenschen, und er schlug sich seitwärts in die Büsche" einallgemein beliebtes Zitat bilden —, schildert in der Tat an einerStelle des „Spazierganges" in unverkennbarer Weise denUnfall, der ihn zu Cilli betraf, dessen Ursache er aber, einemalthergrachten Irrtume folgend, in „dem verdammten Kalkeines neugeweißten, gewaltig geheizten Zimmers" erblickte.
Prof. Dr. Neu burger bemerkte hierzu, 3 daß sich schonin Kopps „Geschichte der Chemie" 4 eine Abhandlung „Be-denken von dem tödlichen Dampfe der Holzkohlen" erwähntfinde, die der treffliche Arzt und Chemiker Fr. Hoffmann1716 zu Halle herausgab, und daß genannter Autor (was Koppunbekannt blieb) die Entwicklung des „tödlichen Dampfes"ganz richtig als eine Folge ungenügenden Luftzutrittes be-
1 „Chemiker-Zeitung" 1909, S. 633. 2 „Ztschr. angew. Chem." 1907,S. 1811; „Chemiker-Zeitung" Repert. 1907, S. 521. 3 „Ztschr. angew. Chem."1908, S. 201; „Chemiker-Zeitung" Repert. 1908, S. 141. 4 Kopp, Bd. 3, S. 293.