Sechste Abteilung
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ZUR WÜRDIGUNG JEAN REYS 1
egen das Jahr 1630 beobachtete der Apotheker Brunin Bergerac, als er einige Pfunde feinsten englischenZinnes zu weißem „Zinnkalk" kalziniert hatte unddurch Nachwiegen den Verlust ermitteln wollte, den ihn daslange Erhitzen auf offenem Feuer und die starke Rauch-entwicklung voraussetzen ließ, daß statt der erwarteten Ver-minderung eine sehr beträchtliche Vermehrung des Ge-wichtes eingetreten sei; diese Tatsache, die er als eine in derLiteratur schon seit langem (freilich ohne zureichende Er-klärung) überlieferte nicht kannte, setzte ihn in das äußersteErstaunen, und er wandte sich um Auskunft „an einen hoch-verehrten Freund", dessen „bewährtem, eines ungewöhnlichenAufschwunges fähigem Scharfsinne" er die Lösung diesesRätsels zutraute. Dieser Freund war Dr. Jean Rey, geboren1583 in der zur Baronie Limeuil gehörigen Ortschaft Bugue(Dep. Dordogne); er hatte von 1605—1609 in MontpellierMedizin studiert, war hierauf nach Bugue zurückgekehrt,lebte dort als allgemein geschätzter praktischer Arzt bis nach1645, bereicherte seine Kenntnisse durch fleißiges Lesen,widmete sich aber auch allerlei wissenschaftlichen Versuchenin den benachbarten Metallwerken, deren Hüttenmeister seinälterer Bruder, und deren Besitzer der ihm wohlgesinnteBaron von Limeuil war.
1 „Chemiker-Zeitung" 1910, S. 313. »