DIE BEZEICHNUNG AMMONIAK
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auf, 1 und Pasis „Tarrifa de i pesi e misure", (der die Zeit vor1500 betrifft, gedruckt aber erst 1557 zu Venedig erschien),gibt die in den kleinasiatischen und syrischen Häfen üblichenSteuersätze und Taren für „Sale armoniago" an. 2 Hiernachscheint also die von Kopp mit allem Vorbehalte ausgesprocheneVermutung wohl berechtigt, daß der neue Name des „Arme-nischen Salzes", „Sal armeniacum", mit dem alten des ,,Salammoniacum" zusammengeworfen, und so die Schreibung „Salarmoniacum" veranlaßt worden sei.
Auch Biringucci (1540), Baptista Porta (1545—1615),der sich rühmt, den Salmiak zuerst als natürliches Produktder italischen Vulkane erkannt zu haben, und Caesalpino(1596), berichten von dem aus Kyrene (dem NachbarlandÄgyptens) und Armenien kommenden Sal Armoniacum, dasman aus dem Mist und dem gefaulten Harn der Kamelebereite, unter Zusatz gemeinen Salzes (der bis in das 18. Jahr-hundert hinein für unentbehrlich galt); in der sehr seltenenersten Ausgabe der „Pirotechnia" (Venedig 1540), die wegender zahlreichen Abbreviaturen des Druckes oft schwer zu ent-ziffern ist, sagt Biringucci auf S. 36 ausdrücklich „larmeni-acho, per meglio dire larmoniacho", d. h. „das armenische Salz,richtiger das armonische". Nicht „Sal armoniacum" oder„Salarmoniac", sondern „Sal ammoniacum" schreiben hingegenAgricola (1529), Libavius (1560—1616), Angelo Sala(1620),und Glaub er (1648); 3 etwa von 1650 ab erhält diese Formgänzlich die Oberhand, und macht gegen 1700 endgültig dem,aus dem alten „Salarmoniac" zusammengezogenen „Salmiak"Platz. Bereits Glauber wußte, daß sich Salmiak auch künst-lich darstellen läßt, und zwar durch Vereinigung von Salzsäuremit dem, durch Kalk aus dem Salmiak ausgetriebenen, schondem sog. Raymund Lull (13. Jahrhundert) nicht unbekannten
1 s. meine „Geschichte des Zuckers" (Leipzig 1890, S. 103). 2 Des
Damaszener Tarasatzes für den Gummi „Armoniago", aus Alexandria
kommend, wird S. 52 ebenfalls gedacht. 3 Kopp, a. a. O.