DIE „ENTSALZUNG DES MEERWASSERS" BEI ARISTOTELES 159
oder nur spärlich zu entweichen vermag, soll trinkbar be-funden werden.
Da nun, vorausgesetzt, daß es gelang, die günstigstenUmstände und die passendsten Tonsorten ausfindig zu machen,ein solches Ergebnis keineswegs unmöglich erschien, so lages nahe, die Richtigkeit der Konjektur durch die Vornahmevon Versuchen zu prüfen, und Herr Prof. Dr. Ernst Erdmannhatte die Güte, meiner Anregung folgend, solche in seinemLaboratorium in Halle anzustellen.
Zur Benützung gelangten zunächst weiße Tonzellen, wiesie zu galvanischen und elektrolytischen Zwecken üblich sind,sowie sogenannte italienische Krüge, das sind die im Sommerzum Kühlen des Wassers dienenden, braunen, leicht gebranntenKrüge aus porösem Ton, die übrigens massenhaft auch inDeutschland hergestellt und nach Italien ausgeführt werden,von wo sie dann als „italienische Ware" zu uns zurückkommen.Die zweckmäßig verschlossenen Zellen wurden in einen Auto-klaven gebracht, der Wasser von 3% Kochsalzgehalt (demWasser des Mittelmeeres entsprechend) enthielt, und in diesemeinem Drucke von 1 / 2 —3 x / 2 Atmosphären ausgesetzt, den manmittels flüssiger Kohlensäure oder flüssigen Sauerstoffes er-zeugte; die hohen Drucke erwiesen sich als ganz unnötig, dennschon bei 1 / 2 Atmosphäre waren binnen 4 x / 2 Stunden bis70 ccm Wasser in die Zellen gedrückt, — aber dieses Wasserwar stets genau ebenso salzig wie das außerhalb befindliche,und eine Absorption oder Adsorption (an deren Eintritt ichursprünglich gedacht hatte) war auf keine Weise zu erzielen.Die italienischen Krüge (von rund 1280 ccm Fassungsraum)versenkte man in ein drei Meter hohes Blechgefäß voll Salz-wasser, und es zeigte sich, daß, den Kompressionsverhältnissenentsprechend, erhebliche Mengen Wasser, in 24 Stunden bis295 ccm, in sie hineingedrückt wurden; aber auch dieses Wasserbesaß den nämlichen Salzgehalt wie das äußere, und es trat,mindestens bei der benützten Tonsorte, kein Anzeichen irgend-