CHEMISCHES UND AL CHE MIS CHES AUS ARISTOTELES 155
richtig Erkanntem, auch auf fast allen Gebieten eine großeAnzahl wertvoller, von äußerstem Scharfsinne zeugender, undseinem Zeitalter weit voraneilender Wahrheiten ableitete.
Endlich ist es auch fraglos, daß seine Berücksichtigungder Geschichte der Wissenschaften ihn zum Vater der ver-gleichenden Methode und der Entwicklungsgeschichte machte,sowie daß er der Schöpfer der wissenschaftlichen Terminologieist, — speziell auf dem Gebiete der Logik und Zoologie, dieals Wissenschaften erst ihm ihr Dasein verdanken -, aberauch auf dem der Mathematik und Physik, besonders durchdie von ihm erdachte und vielfach angewandte Bezeichnungallgemeiner (mathematischer, physischer, logischer) Größen oderBegriffe durch die Buchstaben des Alphabetes.
Zu diesen, ohnehin schon außerordentlichen Vorzügeneiner Lehre, die sich dem Fassungsvermögen philosophischGebildeter wie Ungebildeter als gleich angemessen erwies,überreich an neuen Tatsachen und Folgerungen war, und dabeidurchaus auf Allseitigkeit der Erkenntnis (Universalität) aus-ging, gesellte sich aber noch ein letzter und entscheidender:Aristoteles war einer der größten und fruchtbarstenSystembildner, die jemals aufgetreten sind, und was er derMenschheit zu sagen hatte, das bot er ihr dar in Gestalt einerlogisch durchgearbeiteten, konsequent aufgebauten Enzyklo-pädie, eines folgerichtigen und geschlossenen Ganzen. EinSystem schätzt aber, wie die Geschichte, und namentlichdie Geschichte der Wissenschaften zeigt, und wie die Erfolgeeines Hippokrates, Galenos, Ptolemäus, Avicenna,Thomas d'Aquino, Paracelsus, Stahl, Descartes,Linne, Cuvier, Hegel, Lyell, Darwin, und vieler andererGrößen lehren, die Menschheit über alles; das Moment dergeistigen Trägheit überwindet bei ihr sämtliche übrigen, undist ein System erst einmal durchgedrungen, so findet sie sichmit den ärgsten Mängeln ab, nimmt die schlimmsten Wider-sprüche unbesehen hin, verschließt sich wissentlich der auf-