44 CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON
Darstellung im „Staat", 1 die Weltachse, ein Spindelstab mitSpitzen aus Stahl (nicht aus Diamant), ruhend im Schöße derüber allen Höhen thronenden „Ananke" (= Notwendigkeit, alsPersonifikation des unwandelbaren Naturgesetzes), und unterdem Schutze ihrer Töchter, der Parzen, stehend. An derWeltachse sind über der im Mittelpunkte des Alls ruhendenErde, und rings um diese herum, mittels Ringen oder Reifendie acht konzentrischen Sphären befestigt (von denen schonParmenides zu berichten wußte), und zwar entsprechen ihreDistanzen den Längen jener Abschnitte einer schwingendenSaite, die, der Entdeckung des Pythagoras gemäß, harmo-nische Töne ergeben. 2 Die äußerste Sphäre (8) ist von bunt-farbigem Lichte erfüllt; den fünf folgenden kommen alsFarben zu: (7) gelblich, (6) glänzend weiß, (5) rötlich, (4) gelb-lich, (3) weißlich; (2) hat das glänzendste Licht und bestrahltmit diesem 3 auch (1). Obwohl nicht ausdrücklich gesagt wird,daß den sieben inneren Sphären die fünf Planeten nebst Sonneund Mond angeheftet sind (die indes schon Pythagoras freihatte schweben lassen), so geht dies doch deutlich aus demSinne der ganzen Darlegung, sowie aus den Parallelstellen im„Timäus" 4 und der „Epinomis" 5 hervor: dort ist die achteSphäre der Fixstern-Himmel, an dem sich zahlreiche in ver-schiedenfarbigem Lichte funkelnde Sterne befestigt befinden,und die folgenden tragen: (7) den Phainon (Lichtbringer) =Saturn, (6) den Phaeton (Leuchtender) = Jupiter, (5) denPyroeis (Feuerfarbiger) = Mars, (4) den Morgenstern = Venus,(3) den Stilbon (Glänzender) = Hermes, (2) den Helios = Sonne,(1) die Selene = Mond. Den Sphären werden Ränder von ver-schiedener Breite zugeschrieben, 6 — die Ursache ist dunkel,und die Reihenfolge der Breiten nicht bestimmt ersichtlich; dieErklärung der scheinbaren Bewegung der Planeten schließtsich im ganzen der von Eudoxos, Piatons Zeitgenossen,
1 Staat V, 651 ff.; 558ff. 2 ebd. V, 654ff. 3 so auch Kratylos II, 611.4 Timäus VI, 155. s Epinomis VIII, 130ff. 6 Staat V, 651 ff.