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2 (1913)
Entstehung
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31
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CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON 31

Sinnenwelt in ihrem unaufhörlichenWerden" zugrunde liegt,nannte Piaton dieIdeen"; in ihnen sah er die Träger deswahren, beharrenden, und ewig beständigenSeins", und zwaranfänglich mehr im Sinne von Gattungsbegriffen, unveränder-lichen Formen, räum- und zeitlosen Urbildern der individuellenGeschöpfe und Dinge, in späterer Zeit aber vorwiegend imSinne wirkender Kräfte, zielsetzender Zweckursachen, die alsgestaltende Realitäten den Geschöpfen und Dingen Dasein undIndividualität verleihen,- und die Richtung des Geschehens be-stimmen. Die Ideen bilden den Gegenstand begrifflicher Er-kenntnis durch die Vernunft, und daher das letzte wahre Zielwissenschaftlicher Forschung, ja sogar insoweit das einzigevöllig Gewisse, als die Ergebnisse der reinen Denktätigkeitsicherer sind wie die des trügerischen Sinnenscheines. 1 Wasden Bereich dieses letzteren betrifft, so stellen sich in ihm derErmittlung der Wahrheit ganz außerordentliche, ja zumeistunüberwindliche Schwierigkeiten entgegen, man muß sich daherhäufig begnügen, statt des Wahren nur das Wahrscheinlicheausfindig zu machen, 2 ja vermag selbst dieses oft nur im Ge-wände des Mythus vorzutragen.

III. Die vier Elemente.

Die Uranfänge des Seins und der Bewegung sind un-ergründlich und unerklärbar, 3 jegliche Vorstellung über dasWerden unserer Welt, desKosmos", setzt jene schon alsgegeben voraus.

Allem Entstehen liegt ein Erstes, Ursprüngliches zugrunde:das Unbegrenzte, ein unsichtbares, unbestimmtes, weder ge-formtes noch gestaltetes, aber bildsames, allempfänglichesWesen,die Mutter" oderder Schoß" alles Werdens. 4Wie Pia ton diese Lehre verstanden wissen wollte, darübergehen die Ansichten der Erklärer seit jeher und bis auf den

s 1 Phädon IV, 473. 2 Timäus VI, 197, u. auch sonst sehr häufig.

3 Theätet III, 186; Phädros IV, 117. 4 Timäus VI, 171.