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CAPUT MORTUUM
ist also das Haupt des verbrannten Osiris, der einzigsichtbare Teil seiner Mumie, und symbolisiert den nachder Verbrennung und Röstung der Metalle oder ihrer Deri-vate allein noch übrigbleibenden Rückstand.
Demgemäß gibt „Caput mortuum" ursprünglich einengenerellen Begriff wieder, umfaßt also die verschiedensten,beim Verbrennen, Kalzinieren, Rösten und Schmelzen, sowiebei dem (später entdeckten) Destillieren, zu beobachtendenReste (Oxyde, Sulfide, Aschen und Schlacken aller Art usw.),und daß diese Bezeichnung schließlich gerade am Eisen-oxyd haften blieb, ist nur ein Zufall, vergleichbar jenem,der die allgemeinen Namen „Sublimat" oder „Alkohol"(al kohol = das feinste Pulver) speziell dem Quecksilber-chlorid und (im übertragenen Sinne = Quintessenz) demWeingeiste zuerteilte.
Durch syrische und arabische Vermittlung gelangte das„schwarze Präparat" zu den mittelalterlichen Alchemisten,die seine Synonyma „vollkommene Schwärze" durch „nigredoperfecta", und „schwarzer Stein der Philosophen" (nämlichder „Philosophen per ignem", also der Chemiker) durch„lapis (seil, niger) philosophorum", das ist „Stein der Weisen"wiedergaben, den oben erwähnten Kunstausdruck selbst abermit „Caput mortuum" übersetzten; noch im 17. Jahrhundertwar dieser nicht eindeutig, denn Boyle spricht z. B. vomCaput mortuum des Bernsteins und meint damit den Rück-stand, der bei der Gewinnung von Bernsteinöl durch trockeneDestillation des Bernsteins verbleibt, - ja als Nachklang desalten allgemeinen Sinnes ist es anzusehen, daß man in Nord-deutschland noch heute auf die Überreste eines zerstörtenGegenstandes mit dem (entstellten und unverstandenen)Worte hinweist: er ist „kaput" oder gar „kaput gemacht".
Schließlich sei noch erwähnt, daß der Name „Colcotär"für Eisenoxyd vom syrischen und arabischen „Calcotörin"stammt, das selbst wieder vom spätgriechischen xalxTjzüoiv