CHEMISCHES AUS DEM „PAPYRUS EBERS"
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Schmalz oder Talg, 1 in der Regel aber als Fette ganz be-stimmter Tiere (denen man offenbar auch ganz bestimmteWirkungen oder Kräfte zuschrieb); von diesen sind zu nennen:Ochsen, Kühe, Widder, Ziegen, Schweine 2 (trotz ihrer „Un-reinheit"), 3 Esel, Katzen, Mäuse, Löwen, Gazellen, Anti-lopen, Steinböcke, 4 Nilpferde (die auch Klauenfett lieferten); 5Gänse, insbesondere Opfergänse, 6 Strauße; Fische; Krokodile,Schlangen, Würmer. 7 — Es ist sicherlich nicht ohne Interesse,daß die meisten dieser Fette auch schon in älteren Keilschrift-texten vorkommen, woselbst aber Schweine, Nilpferde undStrauße fehlen, dagegen Pferde, Wildesel und Wölfe auftreten. 8
An dieser Stelle sei auch das Wachs angeschlossen, daseinen Bestandteil von etwa 40 Rezepten bildet; da Wachsesowie tierische und pflanzliche Fette und Öle häufig mit großenMengen alkalisch reagierender Salze und Verbindungen erhitztund gekocht werden sollen, müssen nicht selten Seifen- oderPflasterähnliche Substanzen ausgeschieden worden sein, —doch geschieht solcher nirgends ausdrückliche Erwähnung.
2. Horn von den „Hörnern der Rinder" und von den„Klauen des Esels" (auch in Öl erhitzt oder geröstet) 9 wirdoftmals verordnet, ebenso Galle von Rindern, fetten Ochsen,Kühen, Schweinen und Fischen, ferner Leber, Milz, Hirn undvor allem Blut der verschiedensten Tiere und Tierklassen. 10 .Obwohl nun, wenn z. B. Blut eines „schwarzen Kalbes"oder einer „schwarzen Kuh" verlangt wird, 11 die Vorschriftaller Analogie nach wörtlich zu nehmen ist, so hat man doch,wie v. Oefele mit Recht hervorhebt, 12 in vielen anderenFällen die Möglichkeit von Umdeutungen im Auge zu behalten,und darf nicht vergessen, daß die Ärzte, deren ganzer Verdienst
1 S. 71, 134. s S. 118, 142. 3 Loret, S. 97. 4 S. 74, 116;
nach Loret, S. 91, ist eine nubische Antilopenart gemeint. 5 S. 108.
6 S. 94. i S. 144. s v. Oefele, M. M. N., Bd. 2, S. 367.
9 S. 105, 106. >o S. 100, 101, 160. 11 S. 104, 105.
12 M. M. N., Bd. 1, S. 87, 94.