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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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IV. Buch. Cap. 154 (157).

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stellen, am besten geschieht es bei Windstille; denn das Gesicht schwilltgewaltig an und die nackten Theile [des unbedeckten Körpers] erhaltenBlasen wegen der Schärfe des Hauches. Man muss daher die nacktenTheile mit verdichtender flüssiger Wachssalbe bestreichen und so darangehen. Die Rinde der Wurzel sowie der ausgepresste und natürlicheSaft haben, mit Honigmeth getrunken, reinigende Kraft, denn nach obenwie nach unten führen sie Galle ab. Von der Wurzel werden 4 Obolenmit 3 Drachmen Dillsamen gegeben, von dem ausgepressten Safte 3 Obolen,vom natürlichen 1 Obolos, eine grössere Gabe ist gefährlich. Das Pur-giren damit ist ein gutes Mittel bei Asthmaleiden, chronischen Lungen-leiden und (Blut-)Auswerfen. Denjenigen, welche schwer erbrechen, wirdsie in Speisen und Getränken gegeben. Der Saft und die Wurzel habenvon allen gleichwirkenden Mitteln am meisten eine die Säfte verbesserndeKraft, wenn es sich darum handelt, etwas aus der Tiefe herauszuholen oderVerbesserung der Säfte durch Ausscheidung durch die Poren 2 ) herbeizuführen.Daher verschafft der Saft oder die frische zerstossene Wurzel aufgestrichennach der Fuchskrankheit dichtes Haar. Sugillationen unter den Augen undblutunterlaufene Stellen vertreibt die fein gestossene Wurzel oder der Saftmit gleichviel Weihrauch und Wachs. Man darf das Mittel aber nichtlänger als zwei Stunden liegen lassen und muss danach mit warmem See-wasser bähen; mit Honig aufgestrichen vertreibt es auch Sommersprossenund Aussatz. Der Saft ferner mit Schwefel aufgestrichen öffnet Drüsen.Mit Nutzen wird er auch bei chronischen Leiden der Seite, der Lunge,der Füsse und Gelenke eingesalbt. Gute Dienste leistet er auch zumUeberziehen (der Eichel) bei solchen, welche die Vorhaut nicht durch dieBeschneidung verloren haben, indem er ein Oedem hervorruft, welchesgebäht und durch Fett erweicht den Verlust der Vorhaut ersetzt.

') Beulenkraut. 2 ) [ietaTtoporcot^aai = jj.exaauf*p'veiv. Vgl. I 47.

Thapsia garganica L. (Umbelliferae), Gar ganische Thapsie.

Theophrast (Hist. pl. IX 9, 1, 5, 6; 1X20, 3) und Plinius XIII 124 beschreibendie Pflanze nach dem Habitus und die Wirkung der Wurzel und des Saftes ähnlichwie D., als die beste gilt die afrikanische.

Die lange und dicke, möhrenartige Wurzel ist aussen grün, innen weiss undstrotzt von einem scharfen, blasenziehenden Milchsafte. Der bis 1 m hohe Stengelist dick, röhrig, schwach gerillt mit abstehenden Aesten. Die Wurzelblätter sindlanggestielt, die ersten eiförmig bis ei-lanzettlich, die späteren drei- bis sieben-schnittig und endlich zwei- bis dreifiederig, oberseits seegrün, unterseits blasser. DieStengelblätter sitzen fast auf grossen, häutigen Scheiden. Die ansehnlichen Blüthen-dolden sind bis zwanzigstrahlig. Der Blüthenboden ist blassgelb, die Früchte sindlänglich, gelbgeflügelt. In den südlichsten Theilen Europas und in Nordafrika.Früher wurde die Wurzel als Turpith, Rad. Turpethi spuria gebraucht. Der Milch-saft enthält ausser anderen Substanzen Thapsiasäure. F. Canzoneri (Bollet.Chim. Farm. 1896) fand in dem Thapsiaharz noch Cholesterin, Isoeholesterin,Isovaleriansäure, Capronsäure, Caprylsäure, Angelikasäure, Eu-