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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
der Gabe von 2 Drachmen getrunken, führt das Gallige durch den Bauchab und ist ein gutes Mittel gegen Skorpionstiche. Man sagt auch, dassdie Skorpione bei Annäherung der Pflanze betäubt und gelähmt werden.
') Vierkantig, vierknotig. 2 ) Unfruchtbarkeit bewirkend. 3 ) Habichtskralle.4 ) Leuchte. 5 ) Ackercichorie.
Agrostemma Githagoh., Githago segetum Desf. (Caryophyllaceae), Kornrade.
Theophrast (Hist. pl. "VI 8, 3) kennt nur eine Lychnis, die coronaria. PliniusXXV 129 nennt die Lychnis agria auch Antirrhinum, stimmt sonst mit D. überein,nur gibt er noch an, dass sie, als Amulett getragen, jegliche Giftwirkung verhindere.Im 16. und 17. Jahrhundert war sie eine Art Wundermittel. Schon die spätmittel-alterlichen Schriftsteller, auch Tabernämontanus (vgl. Bauhin et Cherler lib.XXIX p. 341) reihen die Pflanze unter Pseudo-Melanthium. Sennert (Praxeos lib. Ip. 976) beschreibt sie unter dem Namen Melanthium und an anderer Stelle (lib. Vp. 464) nennt er sie Pseudo-Melanthium. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war dieRade aus dem Arzneischatze verschwunden und wurde nur noch einzeln als Volks-mittel gebraucht.
'Die Samen von Agrostemma Githago enthalten neben viel Eiweiss, Fett undStärke Zucker, weshalb sie mit Vortheil zur Branntweinbrennerei benutzt wurden,und ein giftiges Princip, welches H. Schulze (Arch. d. Pharm. 1848, Bd. 55 u. 56S. 298 bezw. 163) als gelblichweissen Körper isolirte und Agrostemmin nannte.Scharling (Annal. der Chemie und Pharm. 1850, Bd. 74 S. 351) veröffentlichtegleichfalls als Resultat seiner Untersuchungen der Kornradesamen die Auffindungeines giftigen Stoffes, den er als Githagin bezeichnete. Kruskal (Arb. d. pharm.Inst, zu Dorpat 1891, Bd. VI) schied die giftige Substanz als Agrostemma-Sapo-toxin ab, welche sich aus alkoholischer Lösung krystallinisch-blätterig ausscheidet.Sie schmeckt scharf, bewirkt Kratzen und Brennen im Halse, Speichelabsonderung,Schlingbeschwerden, Erbrechen, Kolik, Durchfall, Mattigkeit, Betäubung und beimanchen Thieren Krämpfe und Lähmung. Nach L e w i n (Lehrb. d. Toxikol. 1885,S. 386) genügen 30 g Kornradepulver, um beim Menschen Intoxication hervor-zurufen.
Cap. 106 (116). IIspi Kptvoo. Lilie. Das königliche Krinon.[Einige nennen es Krinanthemon *), Andere Kalleirion 2 ), die Propheten Blutdes Mars, Osthanes nennt es Krokodilshauch 3 ), die Aegypter Symphairu,auch Tialos, die Römer Lilium, Rose der Juno, auch Oinomagrium'), dieSyrier Sasa, die Afrikaner Abiblaphon.] Seine Blüthe wird zu Kränzengebraucht und von Einigen Leirion genannt. Es wird daraus ein Salbölbereitet, welches bei Einigen Leirion, bei Anderen Susinum heisst; eserweicht die Sehnen und ganz besonders Verhärtungen an der Gebär-mutter. Die Blätter der Pflanze helfen als Umschlag bei Schlangen-bissen; gekocht wirken sie auch gut bei Brandwunden; in Essig einge-macht sind sie ein Wundmittel. Ihr Saft, mit Essig und Honig gemischtund in einem kupfernen Gefässe gekocht, gibt ein dünnes Mittel gegenalte Geschwüre und frische Wunden. Die geröstete fein gestossene Wurzelheilt mit Rosensalbe Feuerbrandwunden, erweicht die Gebärmutter, be-fördert die Menstruation und bringt Wunden zum Vernarben. Mit Honig