II. Buch. Cap. 195.
243
Cap. 194. Ilspt itspas KoxXajuvoo. Der andere Kyklaminos.Der andere Kyklaminos, welchen Einige Kissanthemon oder Kissophyllonnennen, hat Blätter wie der Epheu, aber kleiner, dicke, knotige Stengel,welche die benachbarten Bäume in Windungen umschlingen. Die Blüthensind weiss, wohlriechend; die Frucht ist ähnlich der des Epheu, weich,sie schmeckt herb und ist klebrig. Die Wurzel ist unbrauchbar. Erwächst an rauhen Stellen. Die Frucht davon zu 1 Drachme mit 2 BechernWeisswein vierzig Tage lang getrunken erweicht die Milz, indem siedieselbe durch den Urin und Stuhlgang verkleinert. Sie wird auchgegen Orthopnoe genommen und reinigt die Wöchnerinnen nach derGeburt.
Lonicera Periclymenum L. (Caprifoliaceae), Windendes Geissblatt.
Sibthorp zieht das gut passende Viburnum Lantana L. hierher. Fraas fandes aber nirgends.
Cap. 195. Ilepi Apaxovtta? |i.sYäX7]<;. Grosse Drachenwurz.Die grosse Drakontia [Einige nennen sie Aron, Andere Isaron 1 ), Iaron,Hierakikos, Biaron 2 ), Armiagrion, Kyperis, die Römer Luruma 3 ), auchMauriaria, Sigingialios] wächst an schattigen Zäunen. Sie hat einendünnen, geraden, etwa zwei Ellen langen, stabdicken Stengel, bunt ge-fleckt, zu vergleichen mit einem Drachen, hat aber mehr purpurunter-mischte Flecken. Die Blätter sind etwa lattichförmig, mit einander ver-wickelt 4 ). An der Spitze des Stengels entwickelt sie die traubenähnlicheFrucht, zuerst ist sie aschfarben, bei der Reife wird sie safranfarbig undpurpurroth. Die Wurzel ist von ansehnlicher Grösse, rund, weiss, miteiner zarten Rinde. Sie wird gesammelt und zu Saft verarbeitet, wennsie (die Frucht) beginnt, sich dunkel zu färben, auch wird sie im Schattengetrocknet. Die Wurzel wird zur Zeit der Weizenernte gegraben, ge-waschen, zerschnitten, auf Riemen gezogen und im Schatten getrocknet.Durch Mischung temperirt ist sie erwärmend. Sie wirkt aber geröstetund gekocht mit Honig als Leckmittel gegen Orthopnoe, innere Rupturen.Krämpfe, Husten und Katarrh. Mit Wein getrunken erweckt sie denReiz zum Beischlaf. Mit Honig zerrieben und aufgelegt reinigt sie bös-artige und krebsige Geschwüre, am besten mit weisser Zaunrübe. Auchwerden aus ihr mit Honig Kollyrien für Fisteln und zum Holen derLeibesfrucht gemacht. Mit Honig eingestrichen hilft sie gegen weisseFlecken; sie räumt Polypen und Carcinome weg. Aber auch ihr Saft istwirksam in Augenmitteln gegen Flecken, gegen Leukome und Nebel aufden Augen. Der Geruch der Wurzel und des Krautes tödtet den Fötusder im ersten Stadium Schwangeren, ebenso dreissig Körner der Fruchtmit Essigwasser genommen. Einige haben auch den Saft derselben mitOel den Ohrenleidenden eingetröpfelt; die Blätter als adstringirendes