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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

liebtes, vielfach angewandtes Mittel. Plinius XXIX 37 rühmt besonders die rohe oderreine Wolle des Schwanzes. D. lässt sie vom Halse und den Schenkeln nehmen, ver-muthlich weil durch die Bewegungen des Kopfes und der Beine sich dort der meisteSchweiss, das Oesypum, absondert.

Cap. 83. Ilspi 'Eptwv %eK,au [isvtov. Gebrannte Wolle. Diegebrannte Wolle hat die Kraft, Wunden zu verharschen, Fleischwuche-rungen zurückzuhalten und Geschwüre zu vernarben. Gereinigt und ge-zupft wird sie in einem neuen Topfe gebrannt wie die anderen Sub-stanzen. Auf dieselbe Weise werden auch die Schalen 1 ) der Meer-Purpurschnecke gebrannt. Einige zupfen auch die Wolle sammt demSchmutze, befeuchten sie mit Honig und brennen sie geradeso. Andereordnen in einem weiten irdenen Kruge feine Spiesse in Abständen voneinander an, legen darauf trockene Fichtensplitter und über diese die ge-zupfte und mit Oel so befeuchtete Wolle, dass dieses nicht abtröpfelt,wieder legen sie Holzspähne und Wolle wechselweise und machen mitden Spähnen von unten an ein gelindes Feuer; die Asche nehmen sieweg, und wenn etwas Fett oder Harz aus den Fichtenspähnen ausfliesst,so wird es zusammen mit fortgenommen und aufbewahrt. Zu den Augen-mitteln wird sie in einem irdenen Kruge gewaschen, indem Wasser dazugegossen und mit den Händen kräftig gerührt wird, nach dem Absetzendas Wasser abgegossen, anderes zugegeben und wieder durchgerührt wird;dieses wird fortgesetzt, bis dasselbe auf die Zunge gebracht nicht beisst,aber etwas zusammenzieht.

') xpoxuBe?, eigentlich Wollflocken, auch Stücke vom Kleide, sind hier wohldie stacheligen Schalenwülste.

Durch das wiederholte Waschen mit Wasser soll die Pottasche bis auf dieletzten Spuren entfernt werden.

Cap. 84. nspi O'iauTCOo. Wollfett. Oisypos nennt man dasFett aus schweissig-schmutziger Wolle. Du sollst es auf folgende Weiseherstellen: Nimm weiche schmutzig-schweissige Wolle und wasche sieohne Verwendung von Seifenkraut mit heissem Wasser, und presse sämmt-lichen Schmutz aus. Diesen gib in ein weites Becken und giesse Wasserdazu, schöpfe es mit einer Kelle zurück unter kräftigem Durchrühren,bis es schäumt, oder rühre mit einem Holzspatel tüchtig, bis sich vielSchmutz und Schaum gesammelt hat, dann besprenge ihn mit Seewasser,und wenn das obenaufschwimmende Fett sich gestellt hat, so nimm esin ein anderes irdenes Gefäss auf, giesse Wasser in das Becken, rührewiederum und besprenge mit Meerwasser den Schaum und nimm ihnheraus; und dieses thue, bis nach Entfernung des Fettes kein Schaummehr entsteht. Den nun gesammelten Oisypos knete mit den Händenund entferne, wenn er etwa Unreinigkeit enthalten sollte, diese sofort,