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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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II. Buch. Cap. 82.

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Schlange Gebissenen. Frisch wird sie auch statt des Oels den Gemüsenund statt des Fettes dem Backwerk zugesetzt.

Es wird auch Russ aus der Butter gesammelt auf folgende Weise:Giesse die Butter auf eine neue Lampe, zünde sie an und decke darübereinen irdenen Topf, der nach oben röhrenartig enger ist, der aberunten am Boden Löcher hat wie die Brodformen und lass verbrennen.Wenn aber die erste Butter verbraucht ist, giesse andere zu und thuedasselbe, bis du Russ gebrannt hast in der Menge, soviel du willst; dannkratze ihn mit einer Feder ab und gebrauche ihn. Bei den Augenmittelnhat er die Kraft, auszutrocknen und zu adstringiren. Er stellt die Flüsseund bringt Geschwüre rasch zur Vernarbung.

Die Butter ist ein Product der Skythen, von denen die Griechen sie bezogen.Der hippokratische Schriftsteller (De morb. mul. I 111) sagt: Sie schütten die Pferde-milch in hölzerne Gefässe und schütteln; dabei scheidet sich das^Durchgerührte unddas Fett nennen sie Butter. Plinius XXVIII 133 sagt, die Butter sei bei den Bar-haren nur die Speise der Vornehmen gewesen, sie werde meist aus Kuhmilch erleitet deswegen den Namen Butter auch von ßoü?, die Kuh, ab, die fetteste aberaus Schafmilch gemacht.Die Milch wird in oben engen Gefässen geschüttelt, dieButtermilch abgenommen und mit Salz versetzt, das Uebrige in Töpfen erhitzt;was dann obenauf schwimmt als Oel, ist die Butter. Je stärker sie schmeckt, destohesser ist sie. Zu vielen Arzneimischungen wird alte Butter genommen." XI 239nennt er die Butter einen dicken Milchschaum von ölartiger Beschaffenheit, welchezum Einreiben der Kinder dient.

Das reine Kuhbutterfett besteht etwa zu 9 / 10 aus den Glyceriden derStearinsäure, Palmitinsäure und Oelsäure, und zu V 10 aus den Glyce-riden der Buttersäure, Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,Laurinsäure, Myristinsäure und Arachinsäure. Das spec. Gewicht bei 15°ist 0,92750,913, sie schmilzt bei 3135°, doch treten hier je nach der Fütterungder Thiere und nach der Jahreszeit der Herstellung Schwankungen auf.

Als Salbengrundlage, besonders für Augensalben, hat sich die Butter (ButyrumMsulsum) bis in die Neuzeit erhalten.

Cap. 82. Ilepi Epitov. Wolle. Die beste schmutzige Wolle istdie, welche weich ist, vom Halse und von den Schenkeln genommen ist.Mit Essig und Oel oder Wein befeuchtet ist sie gleich anfangs beiWunden angezeigt, bei Quetschungen, Abschürfungen, blutunterlaufenenStellen und Knochenbrüchen; denn sie saugt die Feuchtigkeit auf und er-weicht durch das Wollfett. Wirksam ist sie auch bei Kopfleiden, beiSchmerzen des Magens und jeder anderen Stelle, wenn sie mit Essig undRosenöl aufgelegt wird.

Die Wolle ist die Vorläuferin unserer jetzt in der Chirurgie im weitestenMaasse gebräuchlichen hydrophilen Watte, wodurch die Charpie, gezupftes altesLeinen, die Trägerin zahlreicher Bakterien, verdrängt wurde.

Schon bei den Hippokratikern war die schweissfeuchte, frisch abgeschnittene^ehalwolle, sipia oiouTtouvTa, zu Umschlägen und zum Verbände der Wunden ein be-