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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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T. Buch. Cap. 115.

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Qualität, und erst dann nach ihrem Standorte. Weitläufig verbreitet er sich überdie Rohrgebüsche des orchomenischen Sees. Das dickere nennt er auch Characias,Pfahlrohr, das schwächere Plotias, das der schwimmenden Inseln, das besonderszu Flöten gebräuchliche Arundo tibialis oder auleticon. Bei langdauernderDeberschwemmung bekommt das Rohr mehr Stärke, es heisst dann Zeugites,andernfalls entsteht das dünne Seidenrohr, Bombycia, welches das beste Materialzu den Flöten lieferte. Den Vorzug verdiente dasjenige, welches vom Cephissus beimEinflüsse in den See bespült wurde. Das unterste Ende eignete sich am besten fürdie linke, das obere für die rechte der Doppelflöte. Jene hatte mehr Löcher undWurde vom Pfeifer in der linken Hand, diese mit weniger Löchern in der rechtenHand gehalten, sie war länger und hatte tiefere Töne. Das Flötenrohr musste starksein, damit die Zungen zur Abstimmung sich verschieben liessen. Alle drei Autorenunterscheiden dabei das Rohr für die Hirtenpfeife (cupi-fi, fistula), und die Flöte alsMusikinstrument tibia). Wahrscheinlich wurde sowohl A. Donax, dem Silvan

und Priapus heilig, als auch Sacch. Ravennae dazu benutzt. Jenes findet sich durchganz Griechenland, dieses nur vereinzelt, in besonderer Qualität aber am orchomeni-schen See an der Mündung des Cephissus. Das weibliche Rohr ist wahrscheinlichArundo Calamagrostis L. (vgl. Fr aas S. 298).

Cap. 115. Itepi IlaTröpot). Papyrus. Der Papyrus, aus demdas Papier gemacht wird, ist Allen bekannt. Er eignet sich sehr wohlzum Gebrauch in der Medicin, zur Oeffnung von Fisteln, wenn er durchMaceration zubereitet und in Leinen eingeschlagen ist bis zum Trocken -werden. Denn dicht gemacht und hineingelegt füllt er sich mit Flüssig-keit an, und anschwellend öffnet er die Fisteln 1 ). Seine Wurzel hat aucheinen gewissen Nährstoff; die Aegypter kauen sie daher, saugen den Saftaus und speien das Ausgesogene aus. Sie verwenden ihn auch als Holz.Der zu Asche verbrannte Papyrus aber kann fressende Geschwüre imMunde und an jedem Theile aufhalten. Besser leistet dieses gebranntesPapier.

J ) D. macht aus Papyrus eine Art Pressschwamm.

Cyperus Papyrus L. (Cyperaceae), Papierstaude, ist eine specifische PflanzeAegyptens, wo sie in der frühesten Zeit massenhaft vorkam; bei der voranschreiten-den Bodencultur konnte sie sich als Spontanpflanze nicht halten, sie musste aus densüdlich gelegenen Nubaländern, um den Bedarf zu decken, bezogen werden.

Zur Anfertigung des Papiers wurde nach Prof. Schenk die äussere Rinden-schicht entfernt, dann das Fibrovasalgewebe mit dem umgebenden Parenchym indünne Längsstreifen geschnitten, welche nach Ausscheidung der im Gewebe ent-haltenen Stärke mit Gummi aneicandergeklebt wurden (Plinius schreibt als Klebe-stoff Mehl mit Wasser und Essigzusatz vor, weil Gummi zu hart sei). Darüberkam kreuzweise noch eine zweite oder dritte Lage. Die Bogen, von der ursprüng-lichen Dicke eines Messerrückens wurden durch Klopfen (Pressen) und nachherigesSchleifen so dünn und glatt wie Schreibpapier. Die Farbe ist dunkelgelb bis braun.

Als Medicament wenden die alten Aegypter nach dem Berliner und dem Pa-Pyrus Ebers den angebauten (e terra) und den wildwachsenden (Cyperus des Sumpfes)Papyrus und die Früchte an. Theophrast (Hist. pl. IV 8, 2) und Plinius XIII 71berichten ausserdem noch von der Verwendung des Papyrus zu den verschiedenstenZwecken. Die Wurzel dient zu Brenn- und Nutzholz, aus dem Schafte werden Fahr-