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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
geschlagen die Geschwüre und bringt sie zum Vernarben; fressende Ge-schwüre hält sie mit gleichviel Anis und Wein gemischt auf, wenn siefein gepulvert in Leinwand eingeschlagen und aufgelegt wird.
D. kann hier sowohl das faule Holz selbst, wie es schon bei den alten Aegyp-tern angewandt wurde, zum Aufsaugen der Wundflüssigkeit, als auch — und diesscheint nicht unwahrscheinlich, weil er sagt: äitö t&v JuX&v itaXat&v — die auf dem-selben angesiedelten Mikroorganismen gemeint haben. Es sind dies vorzüglich Hapa-losiphon byssoides, Pleurococcus vulgaris, Tetrentopohlia Jolithus.
Cap. 114. Ilepi KaXd|j.ü)V. Rohr. Eine Art Rohr wird diemassive 1 ) genannt, aus der die Pfeile gemacht werden, eine andere dieweibliche, aus der die Zungen für die Flöten 2 ) hergestellt werden; eineweitere, das Pfeifenrohr 3 ), ist markig, mit vielen Knoten versehen, ge-eignet zum Schreiben; eine fernere ist fest und hohl, wächst an denFlüssen, wird auch Donax 4 ) und von Einigen das kyprische genannt.Noch eine andere Art heisst Phragmites 5 ), zart, weisslich, Allen bekannt,deren Wurzel fein zerrieben für sich allein und mit Zwiebeln als Um-schlag Splitter und Dornen herauszieht. Mit Essig aber lindert sie Ver-renkungen und Hüftschmerzen. Die zerstossenen grünen Blätter heilenaufgelegt roseartige und andere Entzündungen. Der Phleos 6 ), gebrannt undmit Essig aufgeschlagen, heilt die Fuchskrankheit. Der Blüthenbüschelder Rohre, wenn er in die Ohren gelangt, ruft Taubheit hervor. Das-selbe vermag auch das sogen, kyprische Rohr zu bewirken.
] ) *äXa[j.o? vaaxöi;, Arundo nastos, geben die spätmittelalterlichen Schriftstellerfür Ganna indica aus (vgl. Bauhin et Cherler üb. XVIII p. 487). 2 ) Das Flötenrohrwird für Saccharum Ravennae L. (Gramineae) gehalten. 3 ) Arundo fistularis L.4 ) Arundo Donax L., Pfeilrohr. 5 ) Arundo Phragmites L., Gemeines Rohr. ") Phleos(< fkkuic, oder tpXscü;), Saccharum cylindricum Lam., eine letzte Art.
Theophrast (Hist. pl. IV 11) stimmt in der Hauptsache mit D. überein, gehtaber in der Beschreibung der Rohre systematischer zu Werke. Im Allgemeinentheilt er dieselben in zwei Classen, x. aüXfjTwo?, das Flötenrohr, und x. stepoi;, dasgemeine Rohr. Das letztere ist dann theils fest (dicht), theils zart und schwach.Das feste, /aptmai;, Pfahlrohr, weil es zum Stützen der Reben dient, wächst auf densogen, xuifiofhi;, torfartig gebildeten Inseln der Sümpfe und Seen, welche fruchtbarenBoden haben, doch findet sich auch hier zuweilen das feste Flötenrohr. Die andereSorte, x. 7t\oxtfj.6s, das Flechtrohr (Schilfrohr) wächst auf den itXodtSs?, Inseln, dieentstehen und wieder verschwinden. Die schlechteste Sorte ist Donax (8öva£), sie istbuschig und wächst vorzugsweise an Flüssen und Seen. Eine besondere Sorte istdas Pfeilrohr oder kretische Rohr, x. oder xpeuxo;. Er unterscheidet also
die Rohre vorzugsweise nach ihrem Standorte: „Am meisten Verschiedenheit sollRohr zeigen, je nachdem es auf trockenem Boden oder im Wasser gewachsen ist."
Phleos diente nach Herodot lib. III 98 bei den Indern dazu, um Kleider nachArt der Körbe daraus zu flechten, bei Plinius zum Flechten von Matten und zumBedecken der Dächer, seine Blüthenrispe bei Theophrast als Wedel zum Tünchender Wände; sie wurde auch dem Kalk zugemischt als Bindemittel beim Verputzen.
Plinius XVI 159 sqq. classificirt die Rohre nach ihrem Habitus und ihrer