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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

besetzt und beim Brechen vielsplitterig, den Halm angefüllt mit Spinn-gewebe 1 ), weisslich, beim Zerkauen zähe 2 ), adstringirend, etwas scharf.Genossen vermag er den Harn zu treiben; darum ist er mit Queckenoder Petersiliensamen gekocht und getrunken Wassersüchtigen, Nieren-kranken, an Harnzwang Leidenden und bei inneren Rupturen wirksam.Die Menstruation befördert er getrunken und in Zäpfchen eingelegt. DenHusten heilt er als Räucherung angezündet sowohl allein als auch mitTerpentinharz, indem der Rauch durch ein Rohr in den Mund gesogen wird.Er wird aber auch zu Sitzbädern für die Frauen abgekocht. Dann wirder auch den Salben und Räucherungen zum Wohlgeruch zugesetzt.

*) Das gefässreiche parenchymatische Gewebe mit grossen Intercellularräumen.5 ) Für haben wir kein genau entsprechendes Wort, es ist das lateinische

yiscosus.

Kalmus gehört zu den ältesten Gewürzen. Bei II. Mos. 30, 23, Jerem. 6, 20,Hohelied 4, 14 dient das „duftende Würzrohr" zur Bereitung des Salböls.

Theophrast berichtet über den Kalamos (Hist. pl. IX 7, 1), er wachse mit demBartgrase in einem Sumpfe zwischen dem Libanon und einem anderen kleinen Berge,der aber nicht der Antilibanon sei; frisch habe er keinen, getrocknet aber einensehr feinen, wenn auch nicht weit reichenden Geruch. Und weiter (De odor. 25,33, 34) heisst es, er werde den wohlriechenden Salben beigemischt, das Bartgras seischärfer und heisser . . ., beide verlören sehr bald ihre Kraft. Plinius XII 105 sagtvom Calamus odoratus dasselbe und fährt dann fort: der Calamus hat einen vor-trefflichen Geruch, der schon aus der Ferne einladet. . . . Die bessere Sorte brichtweniger leicht und mehr spahnartig als wie der Rettig. Im Rohrstengel befindetsich ein spinngewebeähnliches Mark, welches die Blume heisst, je reichlicher es vor-handen ist, um so ausgezeichneter ist er u. s. w.

Theophrast sagt nichts von der Wurzel, und Plinius nennt ausdrücklich denoberirdischen Theil der Pflanze als den werthvollen. Auch D. würde ganz gewiss,da er den Kalamos in der Folge so oft als Gewürz verwendet, die Wurzel als denwirksamsten Theil beschrieben oder, wie beim Kypeiros, wenigstens auch deren Ge-brauch erwähnt haben, wenn er unter Kalamos nicht den blühenden Spross ver-stehen wollte. Diese Ansicht wurde sowohl von den späteren Griechen, Aetius vonAmida, Paulus von Aegina (Anfang des 7. Jahrh.), als auch von den Schriftstellerndes 16. Jahrhunderts vertreten. Fuchs (Paradoxa u. Comment. in hist. stirp. cumflg., 1542) sagt: „Der wahre würzige Kalmus wird in unseren Officinen nicht geführt,denn was sie unter diesem Namen verkaufen, ist nicht das Rohr, sondern die Wurzel,auch fehlen ihm die Eigenschaften, die ihm von D. beigelegt werden." AI. Mun-della (Annotat. in Examen simpl. Brasavolae, 1556): „Ich sehe nicht ein, wie dieBeschreibung des Calamus bei D. auf den gewöhnlichen Kalmus bei der grossenVerschiedenheit passen soll; deshalb zweifeln wir, dass es der wahre des D.ist" u. s. w.

Sylvius: Was in den Apotheken verkauft wird, ist nicht der Calamus (dasRohr), sondern die Wurzel, und auch nicht die des Calamus, sondern irgend eineranderen Pflanze, auch wird sie nicht aus Indien bezogen, weil sie zu billig und oftfrisch ist.

Cordus: Allgemein findet sich in den Apotheken der Calamus aromaticus,aber er hat keine Aehnlichkeit mit dem wahren Calamus u. s. w.

Matthiolus (Comment. in Dioscor. 20), welcher im Jahre 1565 eine Kalmus-