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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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I. Buch. Cap. 17.

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farbig und weiss ist, einen rosenartigen Wohlgeruch hat, wenn es mitHänden gerieben wird, und mit vielem Feuer auf der Zunge brennt.Im Gebrauch steht die Blüthe, der Halm und die Wurzel. Es hat harn-treibende, die Menstruation befördernde, die Winde vertheilende, schwereKopfschmerzen verursachende, massig adstringirende, dabei auch nährende,die Verdauung befördernde und eröffnende 8 ) Kraft. Der Trank von derBlüthe ist daher heilsam gegen Blutsturz und Magen-, Lungen-, Leber-Und Nierenleiden; sie wird auch den Gegengiften zugemischt; die Wurzells t stärker adstringirend, deshalb wird sie auch bei Ekelempfinden des■Magens, sowie bei Wassersucht und Krämpfen gegeben, 1 Drachme mitgleichviel Pfeffer einige Tage hindurch. Die Abkochung derselben ista ls Sitzbad bei Gebärmutterentzündungen ein zuträgliches Mittel.

') Nabathäer, ein im steinigen Arabien mit der Hauptstadt Petra ansässiger^'olksstamm; er leitet sieb ab von Nebajot, einem Nachkommen Ismaels (Genes.25, 13). 2 ) Teuchitis übersetzt Wittstein der Gewaffnete ( tsü ^ os , Rüstzeug); dasWort bedeutet aber auch ein Geschirr oder Gefäss, und es liest die Deutung nahe,ass namentlich die Blumen, die feine Waare in Gefässen verpackt zum Versandkamen. 3 ) avaoTojium*-f]v, die Gefässe anregend und eröffnend.

Theophrast (Hist. pl. IX 7, 1; De caus. pl. VI 11, 13; 18, 1) rechnet denSchoinos unter die Sumpfpflanzen des Thaies zwischen Libanon und Antilibanon am^ e e Tiberias; frisch ist er ohne Geruch, nur der syrische wird nach dem Trocknen■Wohlriechend. Er unterscheidet sonst noch drei Arten, den scharfen und sterilen,den fruchtbaren, Melankrania genannt, und den Holoschoinos (Hist. pl. IV 12, 1).hi derselben Weise spricht sich Plinius aus; neben diesen drei Arten beschreibt erJuncus odoratus Syriens, von dem die beste Sorte die Teuchitis ist, dann kommt® babylonische und zuletzt die afrikanische. Beide Schriftsteller loben also im^ e Sensatze zu D. den syrischen als den besten. Den Beinamen „babylonisch" hatei wohl nur vom Hauptstapelplatze Babylon.

Bei den Schriftstellern des späten Mittelalters lieisst das Bartgras auchSchoenanthus, zusammengezogen aus und avä-oi;, und dieses corrumpirt

®iuinanthus, auch Kameelheu. Val. Cordus berichtet nämlich, dass die Karawanen-'ührer das Gras von den Kameelen abweiden lassen, beim Aufbruch einen weiteren0ri 'ath davon als Futter für die Thiere mitnehmen und den Rest hiervon in Ale-xandria verkaufen. Die Blüthe kommt weniger nach Europa, weil sie leicht abfällt.

f w ' r d aber auch von den Kaufleuten zu Schiffe in Bündeln versandt, damit man® le ht Gefahr laufe, solches zu bekommen, welches den Kameelen als Streu gedienta t- Bei einigen Autoren, z. B. Anguillara, Amatus, Sylvius, Kronenburg,e isst das Bartgras auch Juncus odoratus. Schon um die Zeit des späteren Mittel-alters kam dasselbe nur wenig nach Europa, es wurde dafür Alpinia Galanga sub-stituirt (Bauhin lib. XVIII p. 516 sqq.).

Andropogon Schoenanthus L. (Gramineae). Wohlriechendes Bartgras. Es60—70 cm hohe ästige Halme, welche eine verlängerte Rispe mit eiförmig-läng-onen Aehren tragen, und ein fast holziges Rhizom. Sein Geruch ist angenehm^ürzig, der Geschmack stark gewürzhaft. Das ätherische Oel daraus war früher als01 - Syro bekannt.

Cap. 17. Iiepi IvaXa^ou. Kalmus. Der gewürzhafte KalmusNächst in Indien; als schönster ist derselbe röthlich, dicht mit Knoten