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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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I. Buch. Cap. 14.

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Gattung Cassia (Leguminosae-Cassieae) auf (s. Flückiger, Pharmakogn. S. 597).Valerius Cordus (Annotat. in Dioscor. 1561) schreibt, die Cassia sei ein dem Cinna-momum verwandter Baum, dessen Aeste und Zweige mit der Rinde als Xylocassia111 den Handel kämen, die Rinde ohne Holz sei die Cassia fistularis (röhrenförmigeKassia), Cassia und Cinnamomum seien einander so ähnlich, dass die eine in dieandere nicht selten degenerire.

Amatus Lusitanus (In quinque Dioscor. libros enarrationes 1554) berichtet,dass die Eingeborenen keinen Unterschied machten zwischen Cassia und Cinnamomum,sondern beim Fällen und Schälen der Bäume beide zusammen in Bündel packten.-Andreas Thevetus dagegen tritt in seiner Kosmographie (1550) denen, besonders^arcia, entgegen, welche Cassia und Cinnamomum für dasselbe halten.

Nicht geringe Verwirrung ist dadurch entstanden, dass Bauhin, Garcia,Val. Cordus, überhaupt die meisten Schriftsteller des 16. Jahrh. das CinnamomumCanella nennen.

A. Thevetus theilt noch mit, dass die Wurzel von Cassia sehr nützlich sei,licht minder der aus dem Baume ausfliessende Saft. Dies weist auf Canella alba.

D. hat fünf Sorten Kassia und etwa sieben Sorten Kinnamomon, welche mitdenen des heutigen Handels zu identificiren, ein vergebliches Bemühen sein würde,besonders da Verpflanzungen und Cultur nothwendig Veränderungen bewirkt haben.

Die heutigen Bezeichnungen der Handelswaare sind recht unbestimmt. Cassiav era hiess früher der chinesische Zimmt zum Unterschiede von den Hülsen der Cassia■Pistula L. So heisst er noch heute in den Hafenplätzen Hollands, ebenso wird aberauch der Malabar-Zimmt benannt. Cassia lignea, ursprünglich die ganzen Zweige,heisst in England, in den Ver. Staaten Amerikas und in Hamburg sowohl der chine-Sls che als auch der Malabar-Zimmt.

Wir haben es mit der Zweigrinde verschiedener Bäume der Gattung Cinna-momum aus der Familie der Lauraceae zu thun. In Betracht kommen Laurus CassiaAit., Cinnamomum ceylanicum Breyn., Ceylon-Zimmt, Cinnamomum Cassia Blume,Chinesischer Zimmt. Die eigentliche Heimath ist China, cultivirt wird er aufJava, Sumatra, Ceylon und Malabar.

Meist beginnt die Ernte an sechsjährigen Stämmen mit einem Durchmesserv °n etwa 26 mm. Nur wenige Bäume lässt man zehn Jahre alt werden zur Ge-sinnung von Samen. Solche mögen wohl einen sehr feinen Zimmt liefern, der inCanton sehr geschätzt wird, aber nicht zum Export gelangt (Flückiger, Pharmakogn.s - 593).

Der wesentliche Bestandtheil des Zimmts ist das ätherische Oel (nachKönig 1,15°/°), dessen Güte von einem grösseren oder geringeren Gehalt an Zimmt-aldehyd abhängt.

Der Zimmt gehört zu den ältesten Gewürzen und Heilmitteln. Die Aegyptererhielten ihn durch Vermittelung der Phöniker; auch erwähnt J. Dümichen (DieFlotte einer ägyptischen Königin) unter den aus Punt geholten Kostbarkeiten eineRinde, welche man für Zimmt hält. In den Kräuterbüchern der Chinesen findet erseine Stelle 2700 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Bis auf unsere Tage hat er seinenguten Ruf als Arzneimittel und Gewürz bewahrt.

Cap. 14. Ilepi Amomum. Das Amomum ist ein

kleiner Strauch, gleichsam eine aus dem Holze in sich verwickelte Traube 1 ).Es hat eine kleine Blüthe, wie die Levkoie, Blätter ähnlich denen derZaunrübe. Das beste ist das armenische, goldfarbige, mit dunkelgelbemHolze, sehr wohlriechende. Das medische dagegen ist, weil es in flachen