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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
Verwirf 6 ) den weissen, krätzig aussehenden, den mit runzeliger Rinde undden nicht glatten, auch den holzigen aus der Nähe der Wurzel scheideals unbrauchbar aus. Es gibt auch noch etwas anderes Aehnliches, dassogen. Pseudokinnamomon; es ist minderwerthig, von nicht kräftigem Ge-ruch und geringer Kraft; es wird aber auch Zingiber genannt und ist dasHolz des Zimmts, es hat eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Zimmt. Esist aber ein heller Zimmt, welcher lange und kräftige Zweige und einenviel geringeren Wohlgeruch hat 7 ). Von Einigen wird behauptet, dass auchder Abstammung nach das Zimmtholz vom Zimmt sich unterscheide, indemes von anderer Natur sei.
Sämmtlicher Zimmt hat erwärmende, harntreibende, erweichende, dieVerdauung befördernde Kraft. Genossen befördert er die Menstruationund treibt die Frucht ab, und mit Myrrhe aufgelegt hilft er gegen gift-bissige und todtbringende Thiere; auch entfernt er die Verdunkelungender Pupille, er erwärmt zugleich und verdünnt. Mit Honig aufgestrichen, ver-treibt er Leberflecke und Sommersprossen; er wirkt auch gegen Hustenund Katarrh, gegen Wassersucht, Nierenleiden und Harnverhaltung. Auchwird er den kostbaren Salben zugemischt, ist überhaupt zu Vielem nütz-lich. Für längere Zeit wird er aufbewahrt, indem er zerstossen in Weinaufgenommen und im Schatten getrocknet wird.
') Je länger die Röhren, desto mehr Knoten (Blatt- oder Zweignarben). Val.Cordus (Comment. ad Dioscor.) sagt, es werde nur eine Sorte zu uns gebracht,welche die Araber Darseni, die Griechen Charakion (x<ip«£, langer Pfahl) nennen.5 ) ISta^ovto?. 3 ) d. h. der den gehörigen Grad von Trockenheit besitzt. 4 ) d. h. in-dem sie mit ihrem penetranten Geruch den feinen des ächten Zimmts verdecken.5 ) Vielleicht die schon genannte Rinde von Canella alba, welche tbeils in starkenRöhren, theils in platten unförmlichen Stücken in den Handel kommt; besondersdie letzteren haben eine an Krätze erinnernde runzelige Oberfläche. Plinius (XII 94)sagt, dass unter dem Kaiser Yespasianus Augustus eine grosse Wurzel des Zimmt-baumes zu Rom im Tempel auf dem Capitol aufbewahrt sei, aus der Tropfen aus-treten, welche alsbald erhärteten. Diese konnte nur von Canella alba, als einerGuttifere, herrühren. 6 ) Bauhin (1. c. p. 442) übersetzt hier &Ko\syoo mit deligito,wähle aus, was jedenfalls nicht zu billigen ist. ') Xylocassia, die ganzen Zweigedes Zimmtbaumes.
Die medicinische Anwendung des Zimmts bei D. ist von der heutigen sehrverschieden, z. B. bei Frauenleiden.
Die Bezeichnungen Kasia und Kinnamomon haben seit den ältesten Zeiten biszum späten Mittelalter bei den Schriftstellern eine verschiedene Auslegung gefundenund daher eine reichhaltige Literatur hervorgerufen. Die Einen wollen einengenerellen Unterschied machen zwischen beiden Pflanzen. Andere halten beide fürgleich oder nahezu gleich. Schon Galen (De antid. I cap. 13) macht darauf auf-merksam, dass man Kassiabäume finde, aus denen Kinnamomonzweige hervorgingen.So sei auch, sagt er (Theriac. ad Pison. cap. 12) zwischen Kassia und Kinnamomonkein wesentlicher Unterschied.
Joh. Actuarius (13. Jahrh.) verstand unter Casia ausdrücklich die Röhren-hülse von Cassia Fistula L.; Linne stellte deshalb in seinen Genera Plantarum die