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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
Sie eignet sich sehr zu Augenmitteln für Scharfsichtigkeit und zu Um-schlägen. Mit Honig eingesalbt, entfernt sie die Leberllecke, innerlichgenommen befördert sie auch die Menstruation und hilft den von derOtter Gebissenen, getrunken ferner hilft sie gegen alle inneren Entzün-dungen und endlich den Frauen im Sitzbade und in der Räucherung zurErweiterung des Muttermundes. Die doppelte Menge den Arzneimittelnzugemischt, wenn Kinnamomon mangeln sollte, leistet dasselbe. Gar sehrist sie endlich zu Vielem nützlich.
') Bezieht sieh auf die Handelswaare, auf die ineinandergesteckten Röhren.2 ) Achy führt man zurück auf das hebr. PIN, Ach oder |n&, Achu, was Genes. 41, 2
Schilf bedeutet, also sich auf den feuchten Standort des Baumes bezöge. 3 ) Daph-nitis soll sie nach Sprengel von einem Hafenorte Daphnus des Arabischen Meer-busens heissen, Andere, darunter Plinius, haben Daphnoides wegen der Aehnlich-keit mit dem Lorbeer, odtcpvr r 4 ) Garcia (J. Bauhin et J. H. Cherler, lib. IY p. 458)ist der Ansicht, dass Zigir oder Gizir die Bezeichnung sei für Ceylon, dessen Ein-geborene, die Shingalesen, von den Persern und Arabern Zanges (Schwarze) genanntseien. Zuverlässiger wird es von der ägyptischen Bezeichnung Khisitholz fürZimmt hergeleitet, welches nebst anderen Kostbarkeiten aus dem Lande Punt geholtwurde. Es ist das hebräische Kesia, woraus das griechische Kassia entstand.
5 ) Benannt nach dem Hafenorte Mosylon. 6 ) Aphysemon, ohne Hauch oder auchohne aufgeblasen zu sein, ohne Röhren. Andere Lesart ist <3ctpvjfj.cov (aphemon), schlecht.7 ) Statt „Kitto" steht bei Galen und im Periplus „Moto". 8 ) Also noch den Holztheilbesitzt. 9 ) Könnte leicht auf die Rinde von Canella alba Murr, bezogen werden,den weissen Zimmtbaum Westindiens.
D. unterscheidet zwischen Kassia (xaoi'a Theophr. und Casia Plin.) und Kin-namomon als zweier verschiedener Producte und hält sie nach damaliger Ansichtfür Erzeugnisse Arabiens, während sie nur durch den Zwischenhandel der Araberüber Malao (Berbera), Ocelis (Ocilia Plinii) und Mosylon an der Ostküste Afrikas,sowie vom Vorgebirge Aromaton (Guardafui) ausgeführt wurden. Es hatte sich um dieseskostbare Gewürz ein ganzes Gewebe von Fabeln gebildet. Die Gegend, wo der Zimmtwachse, die regio cinnamomifera (Aethiopien) sei von giftigen Dünsten schwanger undwimmele von giftigen fliegenden Schlangen. Nach Herodot IV 111 und Aristoteles(Hist. anim. IX 14, 2) sollen der Phönix und andere Vögel die Zimmtspähne in ihrNest tragen, aus denen sie herabfallen und gesammelt werden u. s. w. Plinius XII 142gibt schon zu, dass solche Erdichtungen Concurrenzmanöver seien und nur dazudienen sollten, die Preise hoch zu halten (Garcia erzählt dasselbe aus eigener Er-fahrung von den Chinesen); er sagt weiter, dass die Araber keinen Zimmt undkeine Casia hätten. Theophrast (Hist. plant. IV 4, 14; IX 8, 2 u. 3; IX 5, 1) erwähntdie Kasia unter den Gewürzpflanzen, welche nur in den heisseren Gegenden Asiens,in Arabien, Syrien und Indien wüchsen; die Zimmt- und Kasiasträucher (er ver-gleicht sie mit Vitex agnus castus) würden vollständig aus der Erde gerissen undin fünf Theile gesondert, von denen die oberen die beste, die der Wurzel amnächsten die schlechteste Sorte lieferten. Es gebe eine schwarze und eine weisseSorte. Die Zweige der Kasia würden in zwei Finger lange Stücke geschnitten undin frische Thierhäute eingenäht, die sich bildenden Würmer frässen das Holz wegund Hessen die ihnen zu bittere Rinde zurück. Ebenso Plinius XII 85 sqq. DieCasia, sagt er, wachse in der Nähe der Zimmtfelder, werde aber auf Bergen