Einleitung.
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skeptisch über die Möglichkeit der Identificirung aus. Dabei ist zu be-denken, welche Entstellungen die Namen zu erleiden hatten, bis sie nachGriechenland kamen, theils auch weil sie von Dioskurides selbst vielleichtnicht recht verstanden, theils weil sie von späteren Abschreibern falschwiedergegeben wurden. Auch kommt hin und wieder derselbe Name, be-sonders bei den Propheten, für verschiedene Pflanzen vor, so alfia 'Hpa-xXsou? (Blut des Herakles) für Crocus und Centaurium, aIjia "Apew? (Blutdes Ares) für Asarum und Lilium regium.
Ein allgemeines, fest begründetes Urtheil über die Aechtheit oderUnächtheit der Synonyma ist bei dem jetzigen Stande der Dioskurides-Forschung nicht möglich gewesen; Wellmann (Hermes 1898, DiePflanzennamen des Dioskurides, S. 360) ist zu dem Resultat gekommen,dass die griechischen Synonyma alle, die lateinischen zum Theil acht sind.
Wie Dioskurides selbst versichert, hat er die Gelegenheit seinerReisen zur eigenen Beobachtung lebender Pflanzen und anderer Heil-mittel fleissig benutzt. Die Beschreibungen der Pflanzen sind ja auchderartig, dass man annehmen muss, er habe die Mehrzahl derselben ent-weder nach der Natur selbst entworfen oder sie ergänzt und verbessert.Dass er aber auch seine Vorgänger viel herangezogen hat — er nennta llerdings nur wenige, den Krateuas und Andreas, einen Gallos, Nikandergeht aus den vielfachen Uebereinstimmungen mit Plinius hervor, dessenHauptgewährsmann Niger ist. Die oft wörtlichen Parallelstellen bei Pli-nius haben schon früh die Frage angeregt, ob die beiden Zeitgenossensich gekannt und der Eine den Anderen benutzt habe, ohne ihn zu nennen;soll namentlich Plinius des Plagiats beschuldigt werden? Gewiss nicht;sicher würde dieser, der seine Autoren gewissenhaft anführt, den Dios-kurides, hätte er dessen Werk gekannt und daraus geschöpft, als Quellegenannt haben. Die Materia medica des Anazarbeers war aber so epoche-machend, dass, sobald sie bekannt wurde, der Verfasser in der Gelehrten-welt Aufsehen erregen musste.
Plinius sagt XXXVI 145 beim Hämatites, wo der Text mit dem*43. Cap. des V. Buches des Dioskurides in der Anwendung viel Ueber-einstimmendes hat: „Haec est sententia eorum, qui nuperrime scripsere,dies ist die Ansicht der neueren Schriftsteller", und diesen Schlusssatzbezog Salmasius (Exercitat. Plinian. p. 290) früher auch auf Dioskurides,änderte seine Meinung aber später (De homonym, liylae iatric. in pro-legom. p. 10) und setzte hinzu: „Sicher hatte also Plinius sein (desDioskurides) Werk weder gesehen noch davon gehört." Unter den „neuerenSchriftstellern" sind vielmehr Pamphilos, Diodotus, Xenokrates, Niger