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[1] (1906)
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530
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530 ROß. MAYER U. D. GESETZ V. D. ERHALTUNG DER KRAFT

erzeugte Wärme ist daher ebenfalls auf Rechnung, des vitalenVerbrennungsprozesses, also eines Stoffverbrauches, zu setzen.Nun bleibt die Temperatur des gesunden menschlichen Körperskonstant; also muß auch zwischen der Temperatur der Um-gebung und der gesamten Wärmeentwicklung des Körpersein bestimmter und fester Zusammenhang bestehen. Von diesergesamten Wärme wird aber ein Teil in Form mechanischerLeistung entwickelt: demnach waltet auch zwischen mechanischerLeistung und Wärme ein konstantes Verhältnis. Die Summevon Wärme und Arbeit, als an einen proportionalen Stoff-verbrauch gebunden, erweist sich selbst als konstant, als etwasSubstantielles (das wir heute als »Energie" bezeichnen). Soaber, wie auf dem Gebiete der Wärme, muß es sich offenbarauf allen Gebieten verhalten, d. h. die Summe aller Energienist ebenfalls als etwas Substantielles anzusehen, sie ist konstant.

Zur Zeit, als Mayer diesen großartigen Gedankengangerfaßte und durchführte, fühlte er sich, wie er seinen Freundennoch nach Jahren erzählte, inspiriert wie nie vordem odernachdem, so daß er kaum das Schiff verließ, den Herrlich-keiten der ihm neuen Tropenwelt keine Aufmerksamkeitschenkte, und sich am glücklichsten fühlte, wenn er ungestörtan Bord arbeiten und sich ganz der Entwicklung seiner Ge-danken hingeben konnte.

Gleich nach seiner Rückkehr nach Europa brachte Mayerseine Ansichten in einem ersten Aufsatze zu Papier, der, wieer selbst späterhin wahrnahm, nach einigen Richtungen un-vollkommen, nach anderen sogar fehlerhaft war. Er schicktediesen zunächst an den berühmten Physiker Poggendorff,den Herausgeber derAnnalen der Physik", sowie an denhervorragenden Chemiker Gmelin in Heidelberg, ohne abervon diesen auch nur einer Erwiderung oder Empfangsanzeigegewürdigt zu werden; hingegen ließ ihm ein Professor derMechanik, dessen Namen nicht überliefert ist, folgende klassische