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[1] (1906)
Entstehung
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368
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368 LIONARDO DA VINCI ALS GELEHRTER UND TECHNIKER

des Pferdes, die ihn zur vergleichenden Anatomie und zurUntersuchung der Ähnlichkeit und gegenseitigen Bedingtheitder Knochen, Muskeln, Bänder u. s. f. hinüberleitete. Nebender Statik vernachlässigte er aber auch die Dynamik nicht; ammenschlichen Körper untersuchte er die Bewegungen undQleichgewichtsbedingungen beim Heben, Stemmen, Tragen,Werfen und dergl., die ihn zur Auffassung des Gehens alseines fortgesetzten Fallens veranlaßten, am Vogelkörper dasZustandekommen der Flugbewegungen und die Bedingungendes freien Fluges, als deren wesentlichste er das Gewicht desVogels erkannte, und die er wieder zur Konstruktion von Flug-maschinen zu verwerten suchte.

Das Pflanzenreich fesselte Lionardo hauptsächlich durchdie oft so sichtlich hervortretende Symmetrie von Blättern,Blüten und Zweigen, deren Gestaltungen er durch das Ver-fahren des Naturselbstdruckes, sowie durch Anfertigung vonHolzschnitten behufs unmittelbaren Abdruckes in die »Kräuter-bücher", festzuhalten suchte. Für Form, Anordnung, und Ver-teilung der Blüten und Blätter stellte er Regeln auf, und zeigte,daß die Stellung der Blätter oft in wichtiger Beziehung zuganz bestimmten physiologischen Aufgaben steht, z. B. zur Ab-leitung des Tropfwassers. Als Erster bezeichnete er die Blätterausdrücklich als Organe der Ernährung, die Licht und Luftsuchen, woraus es sich erklärt, daß Bäume an den Wald-rändern, und an ihnen wieder die äußersten Zweige, sowieüberhaupt ringsum freistehende Gewächse, stets besser undkräftiger gedeihen als die übrigen benachbarten; daß sichPflanzenvermöge der Luft" (und zwar auchverdorbener")tatsächlich ernähren können, bewies er durch Versuche, erzüchtete z. B. aus einem kleinen Kürbiskeimlinge, den er ineiner passenden Wasserschüssel vegetieren ließ, eine aus-gewachsene Pflanze, die sechzig Früchte ansetzte. Auf die