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HERKUNFT U. ROLLE DER PFLANZL. ASCHENBESTANDTEILE 341
viel Soda, wenn sie nahe am Meeresufer gedeihen, wenig Soda,wenn sie weit von der Küste entfernt wachsen, dagegen Koch-salz statt der Soda, sobald sie unmittelbar vom Salzwasser be-spült werden. Man hat also anzunehmen, daß der Natron-gehalt der Pflanzen dem Chlornatrium entstamme, dessen Zer-legung hierbei unter ganz den nämlichen Bedingungen erfolgt,die seine Zersetzung überhaupt ermöglichen. Ebenso ist, solange nicht bestimmte Nachweise anderes lehren, die Ansichtfestzuhalten, daß auch das Kali nicht erst durch eine Lebens-kraft der Pflanze erzeugt werde; gegen die Richtigkeit dieserletzteren Annahme spricht es schon, daß alle pflanzlichen Vor-gänge sichtlich durch ganz allmählich sich vollziehende Um-setzungen bedingt sind, und daß sie von Kräften bewirkt werden,die sich annähernd das Gleichgewicht halten und schon z. B.durch kleine Temperaturveränderungen Verschiebung erleiden,also nimmermehr zu Endprodukten zu führen vermögen, dieman sich nur als von den stärksten Energien hervorgebrachtvorstellen könnte.
Die sogenannte Lebenskraft, deren Begriff Berzelius nochin der fünften Auflage seiner „Organischen Chemie" mit dog-matischer Schärfe festhält, 1 verwirft Berthollet überhaupt.Bildung und Veränderung der Pflanzenstoffe, lehrt er, setzenweder andere Ursachen, noch andere Umsetzungsweisen voraus,als jene, die bei allen chemischen Erscheinungen ins Spielkommen. Man darf daher fest davon überzeugt sein, daß sichdie Pflanzenstoffe, z. B. Oxalsäure, Äpfelsäure, Essigsäure, Sauer-kleesalz und dergl. mehr, künstlich werden darstellen lassen,und zwar so, daß sie mit den in der Natur vorkommendenvöllig identisch sind. Hierzu wird man keiner Wunder be-dürfen, sondern es werden im Laboratorium in geeigneterWeise ganz die nämlichen ewigen Kräfte zusammenwirken,deren sich die Natur zu gleichen Zwecke bedient; diesen schiebtman freilich meistens eingebildete Ursachen unter, denen ein
1 Ausgabe von 1847; Bd. 4, S. 1.