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[1] (1906)
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282
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282 EINANGEWANDTER" CHEMIKER DES 18. JAHRHUNDERTS

sich erst bei Glühhitze, offenbar vollkommen falsch: dieAlkalien sind nicht Produkte, sondern Edukte, d. h. siesind schon von vornherein in den Ausgangskörpernvorhanden, und zwar gilt dies nicht nur für die mineralischen,sondern auch für die vegetabilischen. In der Tat gelingtes, durch Digerieren von Sauerkleesalz oder Buchenspänen mitSalpetersäure Kaliumnitrat darzustellen, aus dem Safte vonBorretsch, Tabak und Fenchel kristallisierten Salpeter auszu-ziehen, und aus dem abgepreßten und eingedickten Safte vielerPflanzen die Chloride, Sulfate und Nitrate der Alkalien abzu-scheiden, wobei sich ferner ergibt, daß die »vegetabilischenSalze" keineswegs nur Kali, sondern auch Natron enthalten,wie umgekehrt die mineralischen Salze auch reichlich Kaliführen können. Im tierischen Reiche sind, neben Ammoniak,ebenfalls beide Alkalien vorhanden, und z. B. im Harne vonMenschen und Ochsen leicht nachweisbar; offenbar werden siedem animalischen Körper durch die Nahrung zugeführt,aber auch die Pflanze bildet jene Salze nicht (wie man all-gemein annimmt), sondern »zieht sie aus der Erde, dem Wasserund der Luft, durch ihres Krautes Kanäle in sich auf". Es istnun freilich leicht, zu fragen, wie dieses geschieht und wiedas Alkali in diese und auch in andere Produkte gerate, z. B.in die Effloreszenzen feuchter Keller und alter Mauersteine,sowie in zahlreiche Mineralwässer, die gleich jenen von Eger,Bilin und Karlsbad große Mengen Natronsalze enthalten; hier-auf antwortet indessen Marggraf: »Es ist mir nicht eigen,viel von einer Sache zu sagen, die ich nicht durch richtige Er-fahrungen erweitern kann; doch weiß ich gewiß, daß es imgroßen Laboratorium der Natur ganz anders hergeht als inden unserigen".

Eine neue Erde, die Magnesia, entdeckte Marggraf beiUntersuchung des sächsischen Serpentinsteines. Durch Schwefel-säure wird dieser zersetzt, wobei Kieselsäure zurückbleibt, unddie Lösung enthält »weder Kalk- noch Tonerde, wie man bis-