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[1] (1906)
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ZUR GESCHICHTE DES WISMUTS

indem man unmittelbar Öl- oder Leimfarbe zur Anwendungbrachte oder auch die Flächen mit farbigen Schnitten oderStichen beklebte.

Als ein sehr frühes Beispiel der Wismutmalerei ist einKästchen mit Deckelzier aus der letzten Periode des 15. Jahr-hundertes anzusehen; 1 die vollendete Ausführung weist aberdarauf hin, daß die Verfertigung dieser Art kunstgewerblicherWaren damals schon einen hohen Grad von Sicherheit undVollkommenheit erreicht hatte, also schwerlich mehr etwasNeues war. Hiermit stimmt es überein, daß die Wismut-technik, wie eine Besprechung einiger ihrer hervorragendstenund zugleich ältesten Erzeugnisse zeigte, 2 nach einem 1876veröffentlichten Aufsatze A. von Eyes 3 bereits im 14. Jahr-hundert nachweisbar ist. Beruht dies aber auf Richtigkeit,so muß das Wismut, dessen erste sichere Erwähnung in derRegel dem Paracelsus zugeschrieben wird, schon erheblichfrüher bekannt geworden sein, als man bisherannahm,und diese Voraussetzung begegnet insofern keiner Schwierig-keit, als Wismutmetall nicht selten in gediegener Form undan solchen Erzlagerstätten auftritt, die zu den seit längster Zeitaufgeschlossenen und abgebauten gehören.

1 Abgebildet imAnzeiger des Germanischen Museums" 1905, S. 36.

2Anzeiger des Germanischen Museums" 1905, S. 37. 8Anzeigerfür Kunde der deutschen Vorzeit" 1876, S. 1.