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ZUR GESCHICHTE DES THERMOMETERS
zu messen und hiernach zu beurteilen gestattet, ob es schon
Zeit ist, sie zu verheiraten oder noch nicht:
Gibst Du's den Töchtern in die Hand,
So lehrt erkennen Dich sein Stand,
Ob Du mit Recht schon auf Heirat sannst,
Oder ob Du noch warten kannst."
Wie schon die holperigen und höchst unbeholfenen Knittel-verse vermuten lassen, war die Poesie keineswegs die starkeSeite Orillets. In der Tat ist Jean Grillet oder „MaitreJean Grillet", wie er zumeist genannt wird, nicht Dichter vonBeruf gewesen, sondern Glasbläser. Über sein Leben ist nachLivet nur weniges bekannt: er soll ein Altersgenosse Cor-neille's (geboren 1606) gewesen sein, doch liegt über seinemGeburtsorte und seiner Herkunft ein ebenso tiefes Dunkel, wieüber seiner Erziehung und seinen Lehrjahren. Nach Pariskam er als Glasarbeiter und Glaskünstler, lebte daselbst vomErtrage seiner Arbeit rn auskömmlicher Weise, verkehrte als»Künstler" in hohen Kreisen, zu deren Unterhaltung seine„Produktionen" vorgeführt zu werden pflegten (er blies, wieer selbst berichtet, »mit dem Munde, ohne Blasebalg, frei vorder Lampe"), und brachte es schließlich zu dem Amte undTitel eines „Emailleur de la Reyne". Seine Erlebnisse, Ge-fühle und Gedanken legte er in der 1647 erschienenen Dich-tung: „La beaute des plus belies dames de la cour" nieder,die poetisch ohne jeden Wert, kulturgeschichtlich aber vonmannigfaltigem Interesse ist. Wenn wir lesen, daß er z. B.Piräus für den Namen eines griechischen Helden und Buke-phalos, das Roß Alexanders des Großen, für einen philo-sophischen Freund Piatos hielt, so werden wir allerdings seineBildung nicht höher veranschlagen dürfen als seine Verskunst,und seine geschichtlichen Kenntnisse nicht höher als seinenaturwissenschaftlichen.