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DIE KÜSTE VON BÖHMEN
Es mag zunächst genügen, auf die vorstehenden, sicherlichnicht uninteressanten Umstände hingewiesen und für die bis-her unverständliche, vermeintlich von Unwissenheit 1 zeugendeAngabe Shakespeares einen Erklärungsversuch unternommenzu haben; diesen auf seine Richtigkeit und Zuverlässigkeit ein-gehend zu prüfen, muß den Gelehrten von Fach, sowie denauf den fraglichen Gebieten tätigen Spezialforschern überlassenbleiben. 2
1 Viele mittelalterliche Landkarten zeigen den Norden Europas, vondem ihre Verfasser keine, oder wenig Kenntnis besaßen, sehr entstellt, undso auch Böhmen oft völlig verzerrt, viel zu weit ausgedehnt, ja bis zur Küsteder Ostsee reichend. Daß Shakespeare durch einen Einfluß solcher Artbeirrt worden sei, erscheint mir jedoch völlig ausgeschlossen, schon aus denzu Eingang meines Aufsatzes angeführten Gründen.
2 Hingewiesen sei noch darauf, daß die vereinzelt dastehende und bishernicht genügend erklärte französische Bezeichnung der Zigeuner als „Bohemiens",vielleicht damit zusammenhängen könnte, daß die Zigeuner, die zuerst inSüdfrankreich, und zwar im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts auftreten,dahin aus Süditalien eingewandert wären, wohin sie wiederum aus demPeloponnes (ihrem sogenannten Klein-Ägypten) leicht zu gelangen vermochten.