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[1] (1906)
Entstehung
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ALRAUN UND SCHWARZER HUND

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gewinnung mit der Zeugung an. In Übereinstimmung mitallem diesem stehen einerseits die Gaben, die die Mandragoraverleiht, nämlich Kindersegen und leichte Geburt, Gesundheitund Kraft (langes Leben und Unverwundbarkeit), Gewalt überdas Wetter, Reichtum und Güter, endlich die Erlangung vonGold und verborgenen Schätzen, daher wieder die Bedeutungdes Erbdiebes für die Entstehung des Alrauns, andererseitsaber auch die Strafen und Unglücksfälle, mit denen sie jeneheimsucht, die sie nicht nach gebührendem Gebrauche auf-bewahren oder erwerben.

In letzterer Hinsicht sind noch die das Horn und denHund betreffenden Vorschriften zu erwähnen. Das Horn hatursprünglich nicht den Zweck, den Todesschrei des Alrauns zuübertönen, sondern gilt selbst als Symbol des Todes; in diesemSinne bläst es Wate, der Vater Wieland des Schmiedes, inseiner Eigenschaft als Totenschiffer, Odin als Todesgott, undHeimdall läßt es als Zeichen des Weltunterganges bei derGötterdämmerung erschallen. Auch der Hund ist ein Attributder Unterweltsgöttin Nehallenia, bedeutet den Tod oder einenTodesboten, und tritt z. B. als solcher in Gestalt des GardeviasimTiturel" und des Petitcriu imTristan" auf. Als Zu-gehöriger der dunklen Mächte findet sich der schwarze Hundmit feuriger Zunge und feurigem Schweife im Gefolge deszum wilden Jäger gewordenen Odin, und wird schließlich zumHöllenhund, zum Begleiter des Teufels, ja zu diesem selbst,wie denn der Teufel in manchen Sagen, 1 unter anderem auchimFaust", in Hundesgestalt erscheint; 2 solche Anschauungenmachen es erklärlich, daß der schwarze Hund als Bewahrerund Hüter der unterirdischen Schätze gilt, ja daß vielfachHund" undSchatz" geradezu identifiziert werden, wie in dernoch heute gebräuchlichen, aber nicht mehr verstandenen

1 Goethe-,Jahrbuch" XV, S. 261.

2 Vers 1154 ff.:Und irr' ich nicht, so zieht ein Feuerstrudel Aufseinen Pfaden hinterdrein".Ich sehe nichts als einen schwarzen Pudel".