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[1] (1906)
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Vierte Abteilung

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ALRAUN UND SCHWARZER HUND;EIN NATURWISSENSCHAFTLICHER ABERGLAUBE 1

n der am kaiserlichen Hofe spielenden Szene des »Faust"(II. Teil, 1. Akt) rät Mephistopheles bekanntlich an,der wachsenden Finanznot des Reiches durch Aus-gabe von Papiergeld abzuhelfen, und verweist zwecksdessenmetallischer Bedeckung" auf die im Boden vergrabenen,herrenlosen Schätze, die der Kaiser als sein Eigentum betrachtendürfe; 2 dem zweifelnden Gemurmel des Hofstaates begegneter mit den Worten (Vers 4977ff.):

Da stehen sie umher und staunen,

Vertrauen nicht dem hohen Fund,

Der Eine faselt von Alraunen,

Der Andre von dem schwarzen Hund".

Der Sinn dieses Satzes ist bisher unklar geblieben, denn wares auch zweifellos, daß unter dem Alraune die Alraunwurzel,der geheimnisvolle Gegenstand zahlreicher abergläubischer Vor-stellungen zu verstehen sei, so schien doch der Zusammenhangzwischen dieser Wurzel, den Schätzen, und dem schwarzen Hundedunkel, und auch aus den Erklärungen der bewährtesten Kommen-tatoren ist in dieser Hinsicht nichts bestimmtes zu entnehmen. 3

1 Jubiläums-Festschrift derNaturforschenden Gesellschaft" in Halle a. S.,1894 (s. dessenAbhandlungen" 1894, Bd. XX).

2 Diesen Rechtsgrundsatz kennt schon derSachsenspiegel", Buch I,Artikel 35; s. meinen Hinweis imGoethe-Jahrbuch" 1903, XXIV, S. 220.

3 Carriere (Leipzig 1869; II, S. 241), Düntzer (Leipzig 1887; II, S. 74),Schröer (Heilbronn 1888; II, S. 23).