NATURWISSENSCHAFT!.. AUS DER „CHRONOLOGIE U.S.W. 101
vorgeschrieben war. 1 Bekanntlich findet es sich schon in alt-ägyptischen Tempelinschriften aus dem Beginne des zweitenvorchristlichen Jahrtausendes als asiatischer Einfuhrartikel auf-geführt. — Eine aus Lapis lazuli bereitete blaue Tinte wandteman beim Zeichnen und Bemalen der Stern- und Himmels-karten an. 2 Eine sympathetische Tinte wurde, angeblich nachdem Rezepte des berühmten Elkindi (der 800 bis 873 oder880 lebte), mittels verschiedener ätzenden Materialien bereitet; 3erst beim Erwärmen trat die Schrift lesbar hervor, und be-trügerische Priester benutzten dies, um glückbringende Namen,z. B. „Muhammed" oder »Ali", auf Achatstücke zu schreiben, unddiese dann als wunderbare und wunderbewirkende Talismaneden Gläubigen um schweres Geld zu verkaufen.
Vom Zucker berichtet Albiruni, daß die allgemeine per-sische Sitte, sich am Neujahrstage gegenseitig mit Zucker zubeschenken, daher rühre, daß das Zuckerrohr zuerst an diesemFesttage, unter der Herrschaft des Königs Jamschid oderDschemschid, entdeckt wurde: „Als dieser nämlich aus einemRohre etwas Saft abtropfen sah, kostete er ihn und fand ihnangenehm süß, worauf er befahl, den Saft aus dem Rohre aus-zupressen und Zucker daraus zu machen; am fünften Tage wardieser fertig und dann machte man sich gegenseitig Zuckerzum Geschenke." (Daß, entgegen dieser, die Kenntnis festenZuckers schon voraussetzenden, und sie in das älteste mythischeZeitalter verlegenden Tradition, eine Bekanntschaft der Persermit dem Zuckerrohre vor Ende des fünften Jahrhundertes nichtnachweisbar ist, habe ich bereits in meiner „Geschichte desZuckers" gezeigt.)
Sehr beachtenswert sind einige Angaben Albirunis überdie sieben Metalle und deren Beziehungen zu den siebenPlaneten, auf die jedoch an dieser Stelle nicht näher eingegangenwerden kann. Auch auf mathematische und astronomischeDarlegungen kann nur verwiesen werden, z. B. auf die Dar-
1 s. 317 u. 326. 2 S. 359. s S. 294.