DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLIN1US 45
krautes, 1 Coniin, das des Schierlings; 2 Gegengifte sind Knob-lauch oder Eselsmilch mit Met, Rautenöl, Nesselsamen undStyrax. 3 Unter den Pflanzengiften, die mit größter Schnellig-keit Krämpfe, Wahnsinn, Tollheit, tiefen Schlaf und zuletzt Toderregen, kann man vielleicht Strychnin, Atropin und Daturinverstehen; sie sollen auch als Heilmittel gebraucht worden sein. 4(Selbstverständlich kennt Plinius auch alle diese Stoffe nichtin isoliertem Zustande oder gar in reiner Form!)
Andere Gifte nicht näher bekannter Art sind das derNieswurz, 5 des Oleanders, 6 der pontischen Azaleen- undRhododendron-Arten, aus denen die Bienen giftigen Honigsammeln, 7 und gewisse Pfeil- und Lanzengifte. 8 Bekannt istes, daß auch zahlreiche Pilze höchst kräftige und gefährlicheGifte enthalten. 0
11. Leim, Eiweiß, Galle und pflanzliche Bitterstoffe.
Den Leim, dessen Erfindung man Dädalus zuschreibt, 10erhält man durch anhaltendes Kochen der Knochen und ge-wisser Körperteile mancher Tiere; den besten sollen die Ohrender Stiere liefern, und zwar muß er rein, durchsichtig und ganzhell sein. 11 Der gewöhnliche Leim oder Tischlerleim ist braunund dunkel, dient hauptsächlich zum Leimen des Holzes, wirdaber auch als Arzneimittel verwendet; 12 zu letzterem Zweckewird jedoch dem Leim aus Hasenknochen der Vorzug gegeben. 13Einen sehr weißen, homogenen, leicht löslichen Leim gewinntman aus dem Bauche eines pontischen Fisches; 14 diesem ähnlichverhält sich der weiße Leim der Mistel, den man, seiner be-sonderen Klebekraft wegen, als Vogelleim verwendet. 15
Das Eiweiß schildert Plinius als Bestandteil der Vogel-eier und berichtet über seine unzähligen Anwendungen in der
1 25, 17; 20, 23, 71. 2 25, 95; 20, 51. " 22, 52, 15; 24, 15.
4 20, 51; 26, 73. 6 25, 23. 6 16, 33. ' 21,44,45. 8 21, 105.
9 20, 51; 22, 46. 10 7, 57. 11 28, 71. 12 13, 26; 16, 83; 28, 49.
18 28, 48, 49. 14 32, 24, 27. 16 22, 21; 24, 6; 16, 94.