14 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLINIUS
nicht, wie das der Heilquellen, aus der Erde, sondern wird derSee gleichsam durch die Glut der Sonne eingekocht, indemdiese die süßeren und zarteren Teile des Seewassers allmählichan sich zieht; 1 das Meerwasser, das man zu Zwecken der Fisch-zucht auch künstlich (aus der Sole der Salzgärten?) darzustellenversteht, 2 friert langsamer als jedes andere, erhitzt sich aberdafür desto rascher. 3 Das Salz trocknet und konserviert, schütztvor Verwesung und Fäulnis, ist ein wichtiges Viehfutter undkann für die menschliche Nahrung nicht entbehrt werden; 4 seinebelebende Kraft ist so groß, daß z. B. Mäuse durch bloßesFressen von Salz Junge gebären. 5 Im Übermaße genossen,wirkt es aber schädlich; wenn z. B. Mütter zu viel Salz ver-zehren, so bringen sie Kinder ohne Nägel zur Welt. 6
Salmiak (d. i. Chlorammonium) ist jedenfalls ein Haupt-bestandteil jenes ägyptischen Nitrums, das nach Plinius, aufZusatz von Kalk einen heftigen Geruch entwickelt (nach Ammo-niak); man erhitzt (sublimiert?) ihn in Töpfen, die aber bestensverschlossen sein müssen, weil er sonst entweicht. Ganz reinist er weiß und locker, leicht löslich im Wasser und wird, inGefäßen stehend, feucht, wobei sich oben eine grauweiße, fein-haarige Schicht bildet; die geringere Sorte ist feucht, gelblichoder rötlich, und riecht unangenehm, sehr scharf, ungefähr wieFischbrühe. 7 Einen ähnlichen, scharf riechenden Rauch liefertauch die Asche des gebrannten Hirschhornes; 8 sein Geruch(der dem kohlensauren und freien Ammoniak zuzuschreiben ist)wirkt so kräftig, daß er die Giftschlangen vertreibt; auch inder Medizin wird dieser Stoff allein, oder zusammen mit Essig,vielfach angewandt. 9
2. Calcium.
Kalkstein (d. i. kohlensaures Calcium) ist desto besser,je weißer, gleichmäßiger und fester er ist; beim Brennen ergibt
1 2, 104. s 31, 34. 3 2, 106. 4 31, 45, 41. 6 10, 85.6 7, 5. 7 31, 46, 42; 32, 44. 8 28, 42. 8 28, 46, 47, 49, 57.