Bereitung ganz werthlose Sorte zu verfügen. Ueberdiess war Junghliin im Streitemit den Protesten der praktischen Pflanzer und Gelehrten, halsstarrig vom Grund-satze ausgegangen, dass die Chinapflanze im neuen Vaterlande, wie in der Ileimathin die dichten Urwäldern gehören.
Van Gorkom war nicht dieser Meinung und setzte desshalb die Culturen aufneuen Grundlagen fort ; so wurde die Chinacultur in Niederländisch-Ostindien inwenigen Jahren fest begründet.
Von der 'Regierung dazu ermächtigt, beförderte van Goukom rastlos Versuchein anderen Kolonien; die offiziellen Berichte der Jahre 1864-1874 zeigen, wie er nachfast allen Kolonien Pflanzen und Samen sandte. Ueberdies war er immer bereit,Auskunft und Rath zu ertheilen.
Im März 1875 konnte denn auch van Gorkom's Aufgabe bei der Chinacultur alsgelöst betrachtet werden. Schon öfter hatte die indische Regierung seine Kennt-niss und Erfahrung über die inländische Agricultur und die Culturen benutzt, indemsie ihm wichtige Commissionen auftrug. Jetzt wurde er zum Hauptinspektor derCulturen ernannt, in welchem Amte er reichlich Gelegenheit fand, besonders derZu-ckercultur, gute Dienste zu leisten und sich den Ruf des besten Kenners der indi-schen Culturen zu erwerben.
Nach einem so ununterbrochen thätigen Leben von mehr als zwei und zwanzigJahren in den Tropen, hielt van Gorkom es seiner Gesundheit wegen, im Juli 1878,gerathen, nach Europa zurückzukehren. Er liess sich nieder in einer der schön-sten Gegenden Hollands, zu Baarn, im Centrum des Landes, in der Nähe von Am-sterdam und seiner Universitätsstadt Utrecht.
Anfangs auf Urlaub nach Holland gekommen, wurde van Gorkom , im Jahre 1880,auf sein Ansuchen mit einer Pension in den Ruhestand versetzt. Er fasstediesen Ent-schluss erst, nachdem er sich überzeugt hatte, dass ihm in patria die Gelegenheitnicht fehlen würde, nützlich und thätig zu sein, besonders dadurch dass er seineKenntnisse und Erfahrungen über tropische Culturen und indische Verhältnisse ver-öffentlichte.
Im Jahre 1880 erschien sein Hauptwerk « de Oost-lndische Culturen, in betrekkingtot handel en nijvcrheid », in zwei Bänden; die zweite Ausgabe war schon 1884 no-ting, während 1890 ein bedeutendes Supplement publicirt wurde. In dieser Arbeitsind die vornehmsten tropischen Culturgewächse historisch, technisch und œkono-misch ausführlich behandelt, so dass sie sowohl dem Pflanzer wie dem Kaufmannals Leitfaden dienen kann. Einen wichtigen Theil bildet natürlich die China, wovon1882, in England eine Uebersetzung von B. Daydon Jackson erschien. Schon vieleJahre früher hatte van Gorkom einen Leitfaden über die Chinacultur herausgegeben,welcher von Hasskarl , dem Einführet- der Chinacultur auf Java, aus dem holländi-schen ins deutsche übertragen wurde. Es war der erste Leitfaden, welcher über dieCultur erschien und sich auf praktische Erfahrung und Thätigkeit gründen konnte ;1877 folgte eine ausführlichere und verbesserte Ausgabe.
Es würde eine unausführbare Arbeit sein, eine Aufzählung von allem dem zuversuchen, was van Gorkom sowohl in Holland als auf Java in verschiedenen Zeit-