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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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112 Hundszunge Johannisbeere.

Hundszunge ((^iwßluzsum Nnod.)

Die Hundszunge hat eine braune Wurzel und einen12 Fuß hohen Stengel. Die Nüßchen (Früchte) habeneinen hervortretenden Rand. Die Blumen sind weißlichund rotgesäumt. Die Hundszunge Wächst überall aufSchutthaufen in ganz Europa und blüht von Mai bisJuli, sie hat einen eigentümlich unangenehmen Geruch,welchen sie jedoch durch das Trocknen verliert.

Anwendung: Wurzel und Blätter wendet mangegen Husten, schmerzhaften Durchfall und bei Blutflüssenan, äußerlich bei Wunden und Geschwüren. Aus derWurzel bereitet man Pillen, welche in Dosen von

V2 3 schlaffördernd wirken. Ein gutes Mittelgegen Ratten erhält man, wenn man die Hundszunge,die auf Wiesen und an Grabenrändern wächst, im Juliund August sammelt und überall an den Stellen, wosich die Ratten aufhalten, ausstreut; binnen 24 Stundenwerden alle Ratten verschwunden sein.

Johannisbeere (kiibes.)

1. Die gemeine oder rote Johannis-beere (Mbös rnbrum I>.) wächst beinahe iu ganzDeutschland in Wäldern, Hecken, Gebüschen und wirdin mehreren Varietäten in Gärten gezogen, sie blühtim April und Mai, die Beeren reisen im Juni undJuli. Der Strauch ist aufrecht, ohne Stacheln, hatunregelmäßig gezähnte Blätter, hängende Traubenund runde rote Beeren, welche angenehm säuerlichschmecken.

Anwendung: Die Beeren enthalten viel Schleim-zucker, Apfel- und Zitronensäure und werden teils alsObst gegessen, teils eingemacht, teils auch zur Bereitungvon Wein oder Essig benutzt. In der Medizin wendetman sie als ein kühlendes Heilmittel an.

2. Die schwarze Johannisbeere (kibesni^ru m Ii.), auch Gichtbeere oder Ahlbeere ge-