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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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106 Hirschkraut.

i/z Liter Weinessig und 1 Pfund Zucker und koche diesunter stetem Abschäumen miteinander. Nach dem voll-ständigen Erkalten fülle man den Essig in Flaschen.Mit Himbeersaft versetzter Wein bekommt sehr gut,namentlich ist er für ältere Leute von ausgezeichneterWirkurg. Bei schleichenden Fiebern und Abzehrung istder Genuß der Himbeeren sehr zu empfehlen. Wennman mit in Lauge gesottenem Himbeer- und Brow-beerlaub die Haare einige Male wäscht, so färbt maudieselben schwarz. Himbeeressig und Himbeersaftwirken sehr gut bei allen hitzigen Krankheiten, wieBlattern, Scharlach, Masern :c.

Hirschkraut (Lolanum äuloamara Ii )Bittersüß, kletternder Alfranken, roteroder Wald-Nachtschatten, Mäuseholz,

Kletternachtschatten.

Das Hirschkraut ist eine zur Gattung der Nacht-schatten (Lolslluw) und demzufolge zur Familie^ derSolanaceen gehörende Pflanzenart. Es ist ein Halb-strauck und hat rundliche, vierkantige und beinahefingerdicke Stämme, die mit eiförmigen oder Herz-ei-förmigen, spitzen, oft spießig gerührten und gestielte»Blättern besetzt sind- Die den Blättern gegenüber-stehenden Trugdolden haben meist violette Achsen; diesternförmigen Blüten sind violett; der kleine Kelch istsünfzähnig und trägt auf grünem Grunde zehn weib-liche Grübchen. Die spitz-eiförmige Beere ist glänzendrot. Das Bittersüß ist an feuchten Stellen, im Gebüsch,an Felsen und Flußufern überall gemein. Im frischenZustande riecht die Pflanze ziemlich stark, doch verliertstch der Geruch mit dem fortschreitenden Trockenwervender Pflanze mehr und mehr. Ihr Geschmack ist anfangssüßlich, später bitter, sie enthält als Hauptbestandteilein eigentümliches Alkaloid, das Solanin, mit einembitter-süßen Extraktivstoff (Pykroglytion), außer diesen