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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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104 Heidelbeere Heidnisch-Wundkraut,

täglich aufgelegt vertreibt die Ueberbeine bei Menschenund Pferden. Die Wurzel scbmeckt ziemlich bitter undetwas scharf.

1. Die schwarze Heidelbeere (VaeeiniuM m?r-tillus I>) wächst in ganz Europa und einem Teile vonAsien, sie liebt einen nicht allzu fetten Waldboden. DerForstmann nennt sie ein sehr schädliches Unkraut. DieserStrauch bleibt sehr niedrig und hat schwarze Beeren,ungesähr erbsengroß.

Anwendung: Der aus den Blättern gepreßteSaft ist sehr gut gegen Mundfäule. Faules Fleischvertreibt man, wenn man die Wurzel pulverisiert undin die Wunde oder auf das Geschwür streut. Dieganze Pflanze hat zusammenziehende Eigenschaften, wes-halb man sie in der Gerberei benutzt. Bei Diarrhöengibt man getrocknete Heidelbeeren als Stopfmittel.

2. Die rote Heidelbeere, (Vseeiniunl vitizIciasa,^.)auchPreißelbeere,Rausch beere, Stein-beere, Bärentraube, Sandbeere, wilderBuchs genannt, wächst in Deutschland in bergigenWaldungen auf trockenem Boden und bildet oft ganzeHaiden, sie blüht im Juni und Juli,' die Beere reiftim August. Der strauchartige Stengel wird nur 1 Fußhoch, ist anfangs niederliegend, später aufrecht. DieBeere ist rund, glatt und karminrot.

Anwendung: Im allgemeinen wendet man siewie die schwarze Heidelbeere an. Aus den Beeren wirdSyrup bereitet. Mit Zucker eingemacht, werden sie alsKompott gespeist, auch läßt sich eine Art Wein darausmachen. Die Pflanze dient zum Gerben.

Heidnisch-Wundkraut (Virga clurss.)

Dieses Kraut hat breite, glatte Blätter, die nahebei der Wurzel stehen. Die Stengel sind braunrot.