Enzian. 77
Wurzeln riechen sehr unangenehm, ihre Hauptbesland-teile sind: Aetherisches und fettes Oel, Harz, Zucker,Gummi, Gentianin. Die Gebirgsbewohner bereitenhieraus einen Branntwein, welcher stark nach Knoblauchund Rauch schmeckt.
Es gibt serner noch eine Reihe Enzianarten, welchemit dem obigen wesentliche Aehnlichkeit haben, haupt-sächlich in Bezug auf ihre Heilkräfte.
2. Der purpurrote Enzian wächst in derSchweiz, Savoyen, Dauphins und Norwegen.
3. Der punktierte Enzian wächst in denAlpen, Karpathen, Mähren und Schlesien.
4. Der ungarische und rote Enzian wächstin Bayern, Oesterreich und dein Böhmerwalde.
5. Der Kreuz-Enzian wächst in den lichtenBergwäldern Mitteleuropas.
6. Der schwalbenwurzartige Enzian wächstin den Pyrenäen und Sudeten.
7. Der seifenkrautblätterige Enzianwächst in Nordamerika.
Unter diesen gibt es manche schöne Bastarde;leider nimmt dieses Gewächs von Jahr zu Jahr ab,da die Heumacher im Gebirge es oft zu stark ausreißen.
Anwendung: In medizinischer Beziehung be-sördert der Enzian in kleiner und mäßiger Gabe dieVerdauung, in größerer verursacht er Kopfschmerz. Diegewöhnlichste Anwendung ist die als Tee, man nimmt4—8 Z auf mehrere Tassen, die den Tag über ge-trunken werden. Wenn man den Enzian mit Wein-geist ansetzt und davon täglich 3 mal 12 Tropfen aufZucker oder mit Wasser, oder mit gutem Wein angesetztmorgens und abends einen Löffel voll nimmt, so hilftdies gegen Magenschwäche mit Durchfall, Bleichsucht,schlechte Verdauung und wirkt überhaupt sehr stärkend.Auch kann man die Wurzel mit Pomeranzenschale undWein oder heißem Wasser ansetzen und täglich einige