6 Heilmittel im allgemeinen.
Species heißt man ein Gemenge grob zer-kleinerter Heilmittel, die zum Aufgießen, Kochen u. s. w.benutzt werden. Die vornehmsten Bestandteile derselbensind Wurzeln, Hölzer, Rinden, Stengel, Blätter, Blumen,Samen und Früchte. Um nun eine solche Species mverlangter Form herzustellen, muß alles, was von denIngredienzen zerschnitten werden kann, zerschnittenwerden, darf aber nicht zerstoßen werden, da man beidem Zerstoßen nur Pulver erhält. Ferner muß jedeSubstanz besonders zerfchnittten und die Samen müssen^obwohl sie zuvor schon klein, noch ein wenig zerquetschtwerden, weil sie sonst von dem Äuflösungsmittel schwerdurchdrungen würden. Aus gleicher Ursache muß auchSafran mit einer Schere durchschnitten werden. Species,welche zu trockenen Umschlägen, wie zu Kräuterklssen,Säckchen, Kräuterhauben und Räucherungen bestimmtfind, müssen von kleiner Beschaffenkeit sein. Dagegenwerden die zu Breiumschlägen oder Bähungen bestimmtenSpecies grob gepulvert. Zu den vorzüglichsten Speciesgehören nun folgende:
Eibischthee. Derselbe besteht aus V2 KZ zer-schnittener Eibischwurzel, 1 KZ Eibischkraut und V»zerschnittener Süßholzwurzel, welche Ingredienzen miteinander gemengt werden.
Bitters Species. Dieselbe erhält man, indemman je 120 A Wermut, Kardobenedicten- und Bitter-kleekraut, sowie 120 Z Tausendgüldenkraut und je 30 ZEnzian undKalmuswurzel zerschneidet und zusammenmengt.
Schmerzstillende Species zu Bähungen be-kommt man, wenn man 120 Z Mohnköpfe und je 30 ZBilsenkraut, Holunderblüten und gemeine Kamillen zer-schneidet und mit einander vermischt.
Wurmwidrige Species verschafft man sichdurch Mengen von 90 Z blühendem Wermutkraut mitje 30 g Wurmfarnkraut, Wildaurinkraut und gemeinenKamillen.