4 Heilmittel im allgemeinen.
Flüssigkeiten übergießt, letztere einige Zeit mit demselbenin Berührung läßt und dann wieder abgießt.
Aufguß-Absud nennt man ein Heilmittel, das auseinem Aufguß und Absud zusammengesetzt ist, und dasman erhält, wenn man zuerst das Heilmittel mit Wasserund Wein übergießt, den Rückstand mit einer neuenQuantität derselben Flüssigkeit kocht und beide Flüssig-keiten hierauf miteinander vermengt.
Einen Absud-Aufguß erhält man, wenn man einHeilmittel, welches flüchtige Stoffe enthält, durch eineauflösende Abkochung bei einer Temperatur, die unterdem Siedepunkte des Wassers ist, auszieht.
Die Tinktur erhält man, wenn man ein odermehrere Heilmittel in Alkohol einige Zeit lang einergelinden Temperatur aussetzt, wobei sich das oder dieHeilmittel ganz oder teilweise im Alkohol lösen. Hatman nur ein Heilmittel genommen, so heißt sie ein-fache Tinktur, sind es dagegen mehrere gewesen, so wirddie Tinktur zusammengesetzt genannt.
Dickflüssig heißen die Heilmittel, wenn man dasin denselben enthaltene Wasser verdunsten läßt, wiedies beim Syrup, Roob und den meisten Extrakten derFall ist, oder sie mit einer dickeren Flüssigkeit vermischt,wohin der Schleim, Lecksaft, das Liniment und dieSalbe gehören.
Weich heißen Heilmittel, wenn sie von der Kon-sistenz eines Breies sind und nicht mehr fließen wie dieLatwerge, Konserve und der Breiumschlag.
Die fest-weichen Heilmittel werden aus dicken Flüssig-keiten und trockenen Körpern gewonnen; hierher gehörendie Pillen, Pflaster, Teige und Seifen. Endlich gehörenzu den fest-trockenen Heilmitteln, die bisweilen verordnetwerden, die Morsellen, Zeltchen und Schluckkügelchen.
Die festen Heilmittel werden entweder grob zer-kleinert oder fein pulverisiert angewendet. Nach demGrade der Feinheit unterscheidet man sehr feines.