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1 (1907)
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1073
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Extracta.

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Extracta.

I. Extracta. Extraits. Extracts. Mit den vorstehenden Namen bezeichnet manZubereitungen von dünnflüssiger, dickflüssiger oder fester (pulveriger) Beschaffenheit, welcheman durch Abdampfen eines natürlichen Saftes oder einer Lösung gewinnt, die durch Aus-ziehen eines vegetabilischen, seltener animalischen Rohstoffes mittels eines geeignetenflüchtigen Lösungsmittels, hergestellt worden ist.

Die Arzneibücher geben zur Bereitung der Extrakte fast ausnahmslos allgemeineAnweisungen, welche viele gemeinsame Punkte besitzen, in Einzelheiten aber doch voneinander abweichen.

Austr. Die zur Bereitung der Extrakte zu verwendenden Pflanzenstoffe sind zer-schnitten, zerstossen, grob oder fein gepulvert zu verwenden. Zur Bereitung der wässe-rigen Extrakte werden die Rohstoffe bei nicht über 20° C. macerirt oder bei nicht über50° 0. digerirt. Die wässerigen Auszüge sind sofort auf den 1 / 1 Theil ihres Volumenseinzudampfen, dann an einem kalten Orte durch Absetzenlassen zu klären, worauf mandie klare Flüssigkeit abgiesst oder abfiltrirt und die Kolatur oder das Filtrat durch Ein-dampfen bei einer 100° C. nicht erreichenden Temperatur auf die richtige Konsistenz bringt. Zur Bereitung der spirituösen und ätherischen Extrakte werden die gepulvertenRohstoffe in einem geschlossenen Apparate (Perkolator) durch das Verdrängungsverfahrenvollständig erschöpft. Die gesammelten Flüssigkeiten werden vermischt und durch Destil-lation von der Hauptmenge des Weingeistes oder Aethers befreit. Der Destillationsrück-stand ist bei gelinder Wärme auf die vorgeschriebene Extraktkonsistenz zu bringen. Be-züglich der Konsistenz sind vier Grade zu unterscheiden:

1) Flüssige (Extracta fluida), von der Konsistenz dichterer Tinkturen.

2) Dünne (Extracta tenuia), von der Konsistenz des frischen Honigs (Mellagines).

3) Dicke (Extracta spissa), welche sich nach dem Erkalten nicht ausgiessen lassen.

4) Trockene, die zu Pulver zerreiblich sind.

Zur Bereitung der trockenen Extrakte dampft man die Auszüge bis zu einer ge-wissen Konsistenz ein, streicht sie alsdann auf Porcellanplatten und trocknet bei nichtüber 40° 0.

Verreibung narkotischer Extrakte. Es ist gestattet, Verreibungen nichttrockener narkotischer Extrakte herzustellen und vorräthig zu halten. Zu diesem Zweckwird 1 Th. des betreffenden Extraktes mit 1 Th. Milchzucker zur Trockne gebracht. Diegetrocknete und gepulverte Mischung wird durch Zusatz von Milchzucker auf das Ge-sammtgewicht von 2 Th. gebracht. Signatur: Sumatur duplum.

Brit. Giebt keine allgemeinen Anweisungen zur Darstellung der Extrakte. Ausdem Text lassen sich folgende allgemeinen Gesichtspunkte entnehmen: Die Brit. kenntfolgende Konsistenzgrade:

1) Weiche Extrakte (soft extracts).

2) Dicke Extracte (firm extracts).

3) Massig dicke Extracte (moderately firm extracts).

4) Trockene Extrakte (dry extracts).

5) Fluid - Extrakte (fluid extracts).

Die alkoholischen Extrakte werden theilweise durch Abdunsten der entsprechendenFluidextrakte dargestellt. Die narkotischen Extrakte sind, soweit sie Alkaloide enthalten,standardisirt", d. h. sie werden auf einen bestimmten Alkaloidgehalt eingestellt.

Gall. Giebt folgende allgemeine Anweisungen: Natürliche Säfte werden in der vonder Natur gebotenen Koncentration (ohne Verdünnung) eingedampft. Müssen Rohstoffeausgezogen werden, so bemühe man sich, möglichst koncentrirte Auszüge zu erhalten,damit diese durch den Abdampfungsprocess und die hierbei statthabende Einwirkung derLuft möglichst wenig verändert werden. Das Abdampfen soll nicht über freiem Feuererfolgen. Der beste Apparat für das Abdampfen ist der, welcher das Verdampfen beimöglichst niedriger Temperatur und in der kürzesten Zeit ermöglicht (also das Vakuum).

Giebt es von einem Rohstoff ein wässeriges und ein alkoholisches Extrakt, so istdas erstere abzugeben, wenn der Arzt nicht ausdrücklich das letztere verordnet hat.

Die Gall. unterscheidet die Extrakte nach folgenden Konsistenzgraden:

1) Weiche Extrakte (extraits mous).

2) Dicke Extrakte (extraits fermes).

3) Trockene Extrakte (extraits secs).

Die Gall. lässt ferner zahlreiche alkoholische Extrakte durch Perkolation herstellen,ohne doch die Fluidextrakte aufgenommen zu haben.

Handb. d. pharm. Praxis. I. (5£t