Datura.
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Die Samenschale besteht aus der eigenthümlich gebildeten und sehr charakteristi-schen Epidermis, deren Zellen unten mit kurzen Fortsätzen versehen, vielfach ineinandergekeilt sind, und im oberen Theile kurze Tüpfel zeigen. Ihre Wände sind zum grossenTheil verkorkt. Daran schliesst sich eine aus zusammengedrückten Zellen bestehendeSchicht, die „Nährschicht", und eine einfache Zelllage, das Nest des „Knospenkerns". ImGewebe des Endosperms und des Embryo lassen sich Protoplasma, fettes Oel und Aleuron-körner nachweisen. In den letzteren ein oder wenige Krystalloide und Globoide. Alkaloidlässt sich in der „Nährschicht" und zweifelhaft auch im Endosperm und Embryo nachweisen.
Bestandtlieile. Alkaloide: Hyoscyamin, geringe Mengen Atropin undHyoscin, zusammen 0,365 Proc. Ausserdem enthalten die Samen etwa 2-5 Proc. fettesOel, darin die Glyceride der Oelsäure, Leinölsäure und Daturinsäure C 17 H 34 0 4 .Endlich hat man in den Samen einen dem Cholesterin ähnlichen Körper aufgefunden.Asche 2—3 Proc.
Zur Alkaloidbcstimmung nach Kelleb werden 10 g Sem. Stramonii ge-pulvert in einer 300 ccm fassenden Flasche mit 100 g Aether Übergossen, nach'/ 4 Stunden 10 ccm Ammoniak (10 proc.) zugegeben, 5 Minuten tüchtig durchgeschütteltund unter wiederholtem Umschütteln 3 Stunden stehen gelassen. Dann filtrirt man dieAetherlösung ab, wägt sie, und schüttelt sie im Scheidetrichter mit 1 proc. Salzsäure mehr-mals aus, bis die abgelassene wässerige Lösung mit mayer 'schem Reagens keine Trübungmehr giebt. Die wässerige, saure Lösung giebt man dann in den Scheidetrichter, macht mitNatronlauge alkalisch und schüttelt von neuem mehrmals mit Aether aus, bis einigeTropfen des Aethers, verdunstet, mit 1 proc. Salzsäure aufgenommen, mit mayer 'schemReagens keine Trübung mehr g'eben. Dann wird von der ätherischen Lösung der Aetheraus einem gewogenen Kölbchen abdestillirt und der Rückstand bis zum konstanten Ge-wicht getrocknet. Unter Berücksichtigung der oben durch Abwägen gewonnenen MengeAetherlösung (10 g = 1 g Samen) berechnet man den Alkaloidgehalt. Zur Titration löstman das Alkaloid in 5—10 ccm säurefreiem, absolutem Alkohol, setzt Wasser bis zur be-ginnenden Trübung hinzu und titrirt unter Benutzung von Hämatoxylin als Indikatormit 1 I 100 N. Salzsäure, 1 ccm 1 / 100 N. HCl = 0,00289 g Alkaloid.
Einsammlung. Aufbewahrung. Die Samen werden im Herbste der reifenFrucht entnommen, im Schatten bei gelinder Wärme getrocknet und — wie Folia Stra-monii aufbewahrt. Das Pulver bereitet man jedesmal frisch.
Anwendung. In gleichen Fällen wie die Blätter, gewöhnlich aber in Form derTinktur oder des Extrakts. Grösste Einzelgabe 0,2, grösste Tagesgabe 0,6 (nach Lewin).
f Alcoolatura Stramonii. Alcoolature de feuille de stramoine (Gall.). Alisgleichen Theilen frischer Blätter und Alkohol (90 proc.) durch 10 tägiges Ausziehen.
Cigarettes de stramoine (Gall.) sollen jede 1 g Stechapfelblätter enthalten.
Emplastrum cum extracto Stramonii. Emplatre d'extrait de stramoine(Gall.). Aus dem Extrakt der Samen wie Emplastrum Belladonnae (s. S. 471. VI).
f Extractum Stramonii. Stechapfel-Extrakt. Ergänzb.: Aus frischem, blühen-den Kraut wie Extr. Belladonnae Germ. (S. 469) zu bereiten. Ausbeute etwa 3 Proc.Grösste Einzelgabe 0,1 g, grösste Tagesgabe 0,2 g (nach Lewin).
Helv.: 1) Extr. Stramonii duplex s. siecum. Trockenes Stechapfel-extrakt. Extrait de stramoine sec. 200 Th. Stechapfelsame (IV) werden im Perko-lator mit Petroläther ausgezogen, bis das Abfliessende nach dem Verdunsten kein Oelhinterlässt, getrocknet, gepulvert (V), mit 2 Th. Weinsäure in 30 Th. Weingeist und 60 Th.Wasser befeuchtet, im Perkolator mit q. s. einer Mischung von 1 Th. Weingeist, 2 Th.Wasser erschöpft. Man fängt die ersten 180 Th. für sich auf, löst darin den auf 20 Th.verdampften Rest und stellt mittels q. s. Reispulver 100 Th. trockenes Extrakt her. GrössteEinzelgabe 0,025 g, grösste Tagesgabe 0,075 g (vergl. die Fussnote S. 947).
2) Extractum Stramonii fluidum. Stechapfel-Fluidextrakt. Extraitfluide de stramoine. 100 Th. Stechapfelsamen (IV) werden wie bei vorigem angegeben,entölt, getrocknet, gepulvert (V), mit 1 Th. Weinsäure in 10 Th. Glycerin, 15 Th. Wein-geist und 20 Th. Wasser befeuchtet, im Perkolator mit q. s. einer Mischung aus 1 Th.Weingeist und 2 Th. Wasser erschöpft. Man sammelt zuerst 90 Th., verdampft den Restzum dünnen Extrakt, löst in 40 Th. Wasser, iiltrirt, verdunstet auf 10 Th. und löst diese