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1 (1907)
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1010
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Cytisinum.

Die Wurzel (Radix Cynoglossi) ist bis 30 cm lang, 2 2,5 cm dick, tief längs-runzelig, aussen braun, innen mit weisser, lückiger Rinde und bräunlichem Holz. Sie hateinen faden, etwas schleimigen Geschmack und wie das Kraut einen unangenehmen Geruch.Gall. hat die Wurzelrinde Ecorce de la racine de cynoglosse aufgenommen.

Bestandteile. Die Pflanze enthält ein amorphes Alkaloid Cynoglossin, dasmit Salzsäure lila wird.

Anwendung. Beide Drogen fanden früher als schmerzlindernde Mittel innerlichund äusserlich Verwendung. Das Alkaloid wirkt zuerst excitirend, dann beruhigend. DasKraut soll Ratten und Mäuse vertreiben.

Pilulao cum Cynoglosso (Gall.). Myrrhae 15,0

Massa pilulorum sedantium. Pilulae Opii Olibani 12,0

compositae. Pilules de cynoglosse opia- Croci

c6es. Pilules de cynoglosse. Castorei 4,0

Rp. Cort. rad. Cynoglossi Meimi simplicis 35,0

Extract. Opii f. pilul. & 0,2 g.

Semin. Hyoscyami ää 10,0 In jeder Pille 0,02 g Extr. Opii.

Cytisinum.

ff Cytisinum. Freies Cytisin. Cytisin. Baptitoxin. Sophorin. Ulcxin.

CnHjjNjjO. Mol. Gew. = 190. Dieses zu etwa 1,5 Proc. in den reifen Samen des Gold-- regens ( Cytisus Laburnum L .) enthaltene Alkaloid hat sich als identisch erwiesen mit demBaptitoxin aus der Wurzel von Baptisia tinctoria R. Br., dem in verschiedenen So-phora-Arten vorkommenden Sophorin und dem aus dem Samen von Ulex europaeus L.dargestellten Ulexin.

Darstellung. 1) Die gepulverten reifen Samen des Goldregens werden im Perko-lator mit essigsäurehaltigem Alkohol von 60 Proc. ausgezogen. Nach Entfernung desAlkohols durch Destillation wird der Rückstand mit Wasser aufgenommen und filtrirt.Das Filtrat wird zur Entfernung von Farbstoffen etc. mit Bleiacetat gefällt. Das Filtrathiervon wird mit Kalilauge alkalisch gemacht und mit Chloroform ausgeschüttelt. Dasnach dem Verdunsten des Chloroforms hinterbleibende Cytisin ist aus absolutem Alkoholoder aus siedendem Ligroin umzukrystallisiren.

Eigenschaften. Aus absolutem Alkohol krystallisirt farblose, prismatische Kry-stalle, bei 152153° C. schmelzend. Sie sind geruchlos, etwas hygroskopisch, von alkali-scher Reaktion und können bei vorsichtigem Erhitzen ohne Zersetzung sublimirt werden.In Alkohol, Wasser, Chloroform, Essigäther sind sie leicht löslich, schwieriger in Aether,Benzol, Amylalkohol. Es verbindet sich mit Säuren zu Salzen und fungirt bei der Salz-bildung meist als einsäurige Base, obgleich es streng genommen eine zweisäurige Base istund in der That auch mit 2 Aequivalenten Säure Salze eingeht. Als charakteristischeReaktion giebt v. d. M oer folgende an: Uebergiesst man das freie Alkaloid oder einesseiner Salze mit der Lösung eines Ferrisalzes, so entsteht eine rothe Färbung. Fügtman zu diesem roth getärbten Cytisin einige Tropfen Wasserstoffsuperoxyd, so verschwindetdie Farbe, um alsdann bei gelinder (!) Erwärmung auf dem Wasserbade sich in Blau zuverwandeln. Die Reaktion gelingt nach G arteb am besten, wenn man auf 7,7 mg Cytisin0,2 ccm Ferrichloridlösung von 5 Proc. FeCl 3 und 2 5 com Wasserstoffsuperoxydlösungvon 0,5 Proc. anwendet. Es sollen sich so noch 0,00005 g Cytisin nachweisen lassen.

Die Lösungen des Cytisins und seiner Salze lenken die Ebene des polarisirtenLichtes stark nach links ab.

tt Cytisinum nitricuni. Cytisinnitrat. Salpetersaures Cvtisin. C 11 H ..N !! 0 .HN0 3 + H 2 0. = 271.

Zur "Darstellung werden 10 Th. freies Cytisin in 2030 ccm Wasser gelöst undmit (13,3 Th.) Salpetersäure von 25 Proc. genau neutralisirt. Beim Verdunsten der Lösungüber Calciumchlorid oder Aetzkalk oder Schwefelsäure erhält man wohl ausgebildete Kry-