Druckschrift 
1 (1907)
Entstehung
Seite
2
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2

Acacia. Acetalum.

Aufbewahrung. Unter den vorsichtig aufzubewahrenden Arzneistoffen.

Zur Anwendung werden die Samen grob zerstossen, mit 50 Theilen kaltem Wassereine halbe Stunde lang ausgezogen, und der schwach gelbgefärbte Auszug filtrirt. Oderes werden 3 gr der Samen mit 5 ccm kaltem Wasser 24 Stunden macerirt, dann wird einegleiche Menge heissen Wassers zugesetzt und nach dem Erkalten filtrirt.

Acacia.

Mimosaceae Acacieae.

I. Acacia anthelmintica Baill. Heimisch in Abyssinien und Kordofan. DieRinde kommt als Musena, Massen«, Basena etc. zuweilen nach Europa und wird alsAnthelminticum empfohlen. Enthält Musenin, einen dem Saponin verwandten Stoff. Dosis30,0 g im Aufguss.

II. Acacia GirafFae Willd. (Camelthorn). Heimisch in Südafrika. Die 1,2 cm

langen, 0,8 cm breiten, 0,4 cm dicken, grünlich braunen Samen sind als Kaffeesurrogat em-pfohlen. Liefert auch minderwerthiges Gummi (s. d.).

III. Acacia Farnesiana Willd. Wahrscheinlich in Westindien heimisch, in denTropen vielfach kultiviert. Die wohlriechenden Blüthen (fälschlich als CassiaMiitlien be-zeichnet) verwendet man zu krampfstillenden Theeaufgüssen, als insektentödtendes Mittelund als Aphrodisiacum.

IV. Eine ganze Reihe von Arten liefern in der Rinde ein geschätztes, gerbstoff-haltiges Material, das freilich in erster Linie technisch, aber auch medicinisch als adstrin-girendes Mittel verwandt wird. Es kommen hauptsächlich in Betracht: A. araliica Willd.in Asien und Afrika, A. deallmta Lk., A. decurrens Willd., A. homalopliylla A. Cunn.alle drei in Australien. Die Rinde der erstgenannten Art enthält 2232 °/ 0 Gerbstoff.

V. A. arabica Willd., A. Bambolah Roxb., A. cineraria Willd., A. nilo-tica Desf. liefern in ihren Hülsen das Gerbematerial Bablah mit etwa 20°/ o Gerbstoffund 4 °/ 0 Gallussäure.

VI. Acacia Catechu Willd., A. Suma Kurz liefern Cateciiu (s. d.).

VII. Ueber die Gummi liefernden Arten vergl. Gummi.

VIII. Flores Acaciae sind die Blüthen von PrUMIS SpinOSa (s. d.).

Acetalum.

I. Acetallim. Acetal. Diäthylacetal. Aethylidendiäthyliither. CH S CH(OC a H 6 ),= 118. Ein Kondensationsprodukt des Acetaldehyds mit Aethylalkohol; in dem durchKohle filtrirten Rohspiritus enthalten.

Darstellung. Man destillirt 2 Th. Weingeist (95 Vol. Proc.) mit 3 Th. Braun-stein, 3 Th. conc. Schwefelsäure und 2 Th. Wasser, bis 3 Th. Flüssigkeit übergegangensind. Das Destillat wird rektificirt, alsdann das Acetal durch Zusatz von krystallisirtemCalciumchlorid, event. einer konc. wässerigen Calciumchloridlösung ausgesalzen. Man er-hitzt die Acetal-Schicht, um Aldehyd und Aethylacetat zu zerstören, im geschlossenen Ge-fässe mit Natronlauge auf 100°, schüttelt mit konc. Calciumchloridlösung aus, entwässertdurch geschmolzenes Calciumchlorid und destillirt fraktionirt. Die bei 104 bis 106° über-gehenden Antheile werden gesammelt.

Eigenschaften. Farblose, ätherisch riechende, neutrale Flüssigkeit, spec. Gewicht= 0,821 bei 22° C., Siedepunkt 104106°. Löslich in 25 Theilen Wasser von 15°; ausdieser Lösung wird es durch Calciumchlorid ausgesalzen. Mit Alkohol und Aether in