und unter ihnen wieder in erster Linie das Rüböl,beherrschten bis in d : e zweite Hälfte desvorigen Jahrhunderts fast ausschließlich denMarkt. In den 1860er Jahren wurde das Rübölflls Leuchtmittel allmählich verdrängt durch dasPetroleum (Mineralöl, Erdöl, Steinöl). Die Rüb-öllampe wurde ersetzt durch die Petroleumlampe,und diese wiederum wurde nachher entthrontdurch das Leuchtgas und die. Elektrizität.
Nach übereinstimmenden Berichten aus dereisten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurdedamals in der Rheinprovinz noc.h sehr viel Rüb-samen, Leindotter und ölrettich angebaut. DieAnbaufläche von Raps und Rübsen betrug imJahre 1878 in der-Rheinprovinz noch 7461 Hek-tar, ging aber seitdem ständig zurück. Bei demallgemeinen Rückgang des Anbaues von Rapsund Rübsen (Tiefstand im Reich im Jahre 1932mit 5155 Hektar) hatte sich indes die Rheinpro-vinz noch am besten gehalten, da die Provinz da-mals mit 692 Hektar die größte Anbaufläche imReich aufwies. Seit 1933 stieg unter starkerstaatlicher Förderung der Anbau von Raps UndRübsen in der Rheinprovinz alljährlich bis auf3689 Hektar im Jahre 1938.
Die frühere große Ausdehnung des rheinischenÖlfruchtbaues hatte zur Folge, daß die Öl-mailerei mit zahlreichen Betrieben im ganzenRheinland verbreitet war. In den 1830er Jahrenbestanden in der Rheinprovini noch über 1100ländliche ölschlagmühlen. Die meisten Öl-mühlen, allerdings auch die von kleinerem Um-fang, befanden sich von jeher in den BezirkenKoblenz und Trier. Während in den 1840erJahren im Bezirk Düsseldorf 199 Ölmühlen ge-zählt wurden, gab es deren im Bezirk Trier366. Im Jahre 1861 gab es in der Rheinprovinz1091 Ölmühlen und Ölraffinerien von 3755 injganz Preußen. Damit hatte die Rheinprovinz junter allen Provinzen die höchste Zahl an öl-!mühlen aufzuweisen. Je nach der Betriebskraft(Menschen- oder Tierkraft, Wind oder Wasser)unterschied man ölschlägereien, Roßölmühlen, IWind- und Wasserölmühlen. Die ölstr^ße inKempen hat ihren Namen von einer Roßölmühle,die ehedem an der früheren Stadtmauer stand.An das früher im Rheinland stark angebauteund verarbeitete öl (ahd. olei, lat. oleum) er-1innern heute noch manche Familiennamen (öl-schläger, ölmann, Olligs), Ortsnamen (Ohligs-]berg an der Mosel) und Flurnamen (In der öl-wies im Trierischen).
Um das Jahr 1840 wurde die Stadt Neuß zumlHauptort der ölherstellung, und bis heute ist |Neuß der Standort der meisten und größten Öl-mühlen im Rheinland geblieben. Im Jahre 18381gab es in Neuß bereits sieben Ölmühlen, und imJahre 1858 waren allein im damaligen Kreise)Neuß noch 3472 Morgen Ackerland mit Öl-gewachsen bebaut. Lange Zeit war der rheinische |Bauer der Hauptrohstofflieferant für die Öl-mühlen, welche bis zu den 1870er Jahren fast]ausschließlich einheimische Ölsaaten verarbei-teten. Nachdem seit den 1870er Jahren mehr undmehr ausländische Ölsaaten (Erdnüsse, Sesam-]saat, Palmkerne, Kopra, Baumwollsaat, Soja-bohnen) eingeführt wurden, richteten sich die ]Ölmühlen auf den Bezug überseeischer Ölfrüchteein und wählten ihren Standort an den für den ISchiffsbezug günstig gelegenen schiffbarenFlüssen und Hafenplätzen. Vor dem ersten Welt-krieg stammten nur noch vier bis acht v. H. der
überhaupt verarbeiteten Ölsaaten und Ölfrüchteaus Deutschland, während die übrigen 92 bis 96v. H. aus anderen Ländern, und zwar zum weit-aus größten Teil von Übersee, bezogen wurden.
Im Zusammenhang mit der ölmüllerei ent-wickelte sich nachher die Margarinefabrikation.Wegen der Beschaffungsmöglichkeit der Roh-stoffe fand sie ihren Standort in erster Liniedort, wo die großen Ölmühlen ihren Sitz hatten.Infolgedessen wurde der Niederrhein neben demHamburger Gebiet die Haupterzeugungsstätteder deutschen Margarineindustrie. Die Margarineist eine französische Erfindung, die auf Grundeines Preisausschreibens der französischen Re-gierung als Butterersatzmittel erfunden wurde,als vor dem Kriege 1870 71 die Butterversorgungder französischen Armee als gefährdet angesehen
wurde. In den 1880er Jahren kam es zur Errich-tung der großen Margarinewerke am Nieder-rhein.
Im Rheinland gab es 1939 insgesamt fünfzehnMargarinefabriken, davon vier im Kölner Be-reich, alle übrigen im Bezirk Düsseldorf, undvon diesen wiederum die meisten und größtenam linken Niederhein. Früher war die Zahl derFabriken im Rheinland noch wesentlich größer,bevor manche von ihnen im Zuge der Ratio-nalisierung stillgelegt wurden. Von der gesam-ten deutschen Margarineerzeugung entfielen imRechnungsjahr 1937 38 auf den Bezirk Düsseldorf28,5 v. H. Auch der Walfang hat vom Rheinlandseinen Anfang genommen. Die ersten Walfang-flotten wurden von rheinischen Firmen aus-gesandt.
WIRTSCHAFTS- Ul
* t . - •
Ernte in Südosteuropa
JS,&> .Verschärft« Bewirtschaftung
ZdR In' 'den meisten Lindern des Südostens ist manin diesem Jahre dazu übergegangen, die Getreide-bewirtschaftung 1943/44 wesentlich strenger durch-zuführen und schreckt dabei auch nicht vor manch-mal umständlichen, den Verwaltungsapparat belasten-1den Maßnahmen zurück, um das Ziel zu erreichen:alles Getreide wirklich zu erfassen.
Rumänien hat gleichfalls für die Sicherstellung |seiner Getreideernten mehrfache •" Maßnahmen ge-troffen. Die verfügbaren Getreidemengen aus derneuen Ernte werden von den Komitaten, Bezirken ]und Gemeinden festgestellt. Die wichtigste Arbeit ;liegt wohl bei der sogenannten „Dorfkommission",die aus dem Ortsrichter, dem Notar und dem Land-wirtschaftswalter als Mitgliedern und einigen tüch- [tigen Landwirten als Beisitzern besteht. Diese Dorf-kommission führt das Erntebuch, worin alle land- |wirtschaftlichen Betriebe eingetragen sind, die Acker-land besitzen. Die Erzeuger müssen nach beendetemSchnitt die Art und Menge des geernteten Getreidesmelden und auch die Höhe des Eigenbedarfs ein- |schließlich des benötigten Saatgutes angeben. Die IKommission setzt dann die Ablieferungsmengen fest,Die Dreschmaschinen unterstehen der Gemeindeauf-sicht. Der Drusch wird ständig überwacht und |das Ergebnis in das Druschbuch eingetragen.Auf diese Weise will man vom Schnittan den Getreideverkehr genau überwachen und hofft, jdaß tatsächlich die gesamte Getreidemenge des Lan-de», soweit sie nicht für den Eigenbedarf der Bauern,für Saatgutzwecke und Naturallohn gebraucht wird,dem staatlichen Verteilungsapparat zugeführt wird.
Serbien hat ebenfalls die Ablieferungspflichteingeführt. Die landwirtschaftlichen Erzeuger sindverpflichtet, ihre Erzeugnisse in dem Umfange abzu-liefern, der ihnen von den zuständigen Zentralenvorgeschrieben wird. In Kroatien wurde ein Ge- jtreidemonopol eingeführt. Im Zusammenhang damit |wurde auch der Getreidedrusch behördlich geregelt.Jeder Dreschmaschinenbesitzer ist verpflichtet, den I
Gesellschaftsberichte
ma Rheinische Bahngesellschaft AG, Düsseldorf.
Diese Trägerin der Düsseldorfer Straßen- und Klein-bahnen vereinnahmte 1942 aus dem Personen-verkehr 27,30 (26 ,11), aus dem Kraftverkehr1 (1,13) Mill. RM. Der Mehrertrag aus Zinsen erhöhtesich auf 0,43 (0,33) Mill. Dagegen waren die Auf-wendungen für den Bahnbetrieb mit 13,34 (13,62)etwas niedriger, für den Kraftverkehr hielten sie sichmit 0,80 ungefähr auf Vorjahrshöhe. Nach 3,95 (3 ,93)Steuern, 1,94 (2) Wege- und Betriebsabgaben und2,76 (2,91) Abschreibungen verbleibt ein Uber-schuß von 3,54 (2,44); hiervon werden 0,19 (0,15)der gesetzlichen Rücklage, 1,15 (0) der Ruhegehafts-und Hinterbliebenenrücklage sowie 1 ,59 (1 ,69) derRücklage für unterlassene Instandsetzungsarbeitenüberwiesen. Aus dem verbleibenden Reingewinn von609 304 (607 314) RM werden wieder 4% Divi-dende auf das im Besitz der Stadt befindlicheAktlenkapital von 15 Mill. RM verteilt.
Bi Kaamfjfcrttspfnn&rel Düsseldorf. Der Abschlußfür 1342 weist nach 159 257 (231 141) RM Anlage-abschreibungen (i. V. noch 50 000 RM Zuweisung andia Rücklagen und 70 545 RM an die Unterstützungs-Hiariehtimg) fcinen Reingewinn von 4173 (13 744)