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7 (1931) Gesamtregister
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Erklärung botanischer Kunstausdrücke.

(Vitamine)

Von Euler und Karrer fanden im Jahre 1929 auf Grund ihrer gemeinsamen Untersuchungen, dassnach ihrer chemischen Struktur bereits erkannte Pflanzen-Farbstoffe, wie das Carotin (V/2 1525) vonDaucus Carota, das ein ständiger Begleiter des Chlorophylls ist, und das mit Wasserstoff hydrierteCrocetin (II 298) des Safrans (Crocus sativus) die Wirkung des Vitamins A zeigen. Die beiden Forschernehmen an, dass Carotin selber, und nicht etwa ein Begleitstoff, die Grundsubstanz dieses Vitamins sei,und zwar vermuten sie, dass ein aus dem Carotin nach seiner Resorption im Darm entstehender Stoffals Wachstumsfaktor wirke.

Noch grösseren Erfolg hatte die Wissenschaft beim V i t a m i n D, das dieenglische Krankheit",die Rachitis, verhindert. Es findet sich auch im Lebertran und scheint in bestimmter Wechselwirkungmit dem Vitamin A zu stehen. Durch Bestrahlen von pflanzlichen und tierischen Fetten mit ultra-violettem Licht kann es erzeugt wer-den; doch darf nicht übersehen wer-den, dass eine solche Bestrahlung vonNahrungsmitteln dafür andere Vita-mine vernichtet. Schon Ende 1926konnten Windaus und Pohl zeigen,dass eine dem Cholesterin im Ver-hältnis I : 6000 spurenweise anhaf-tende Verunreinigung, das Ergosterin,durch ultraviolette Strahlen in dasantirachitische Vitamin D übergeführtwerden kann. Es wird daher tech-nisch bereits in grossen Mengen her-gestellt und hat in der Medizin unterdem NamenVigantol" starke Ver-breitung gefunden. Es ersetzt Kurenmit Lebertran.

Ueber das Vitamin E ist bisjetzt nur wenig bekannt; sein Fehlensoll nach amerikanischen Autoren beiTieren zur Sterilität führen.

Der Mangel an antineuritischemVitamin B ruft die in Asien weit-verbreitete Beriberi-Krankheit hervor.

Dieses Vitamin kommt in den Reis-schalen vor und wird beim Polierendes Reises entfernt. Im Jahre 1927ist es Jansen und Donath ge-lungen, aus der Reiskleie einen kri-stallisierten Stoff von der FormelC 6 H 10 ON 2 zu isolieren, von demSpuren genügen, um die bei Vögelnexperimentell erzeugte Beriberi-Krank-heit zum Verschwinden zu bringen.

Dieses Vitamin B findet sich auchin der Hefe vor. Das Hefepräparat

Marmite ist daher ein Träger dieses p . g m( . Chlarophytum sternbergianum Steud. Unfruchtbarer SprossVitamins. mit Adventivsprossen (echte Viviparie).

Das Vitamin C verhindert dasAuftreten des Skorbuts. Es findet sich in der Natur überall da, wo ein lebhaftes Wachstum stattfindet, ingrösster Menge in Zitronen und Apfelsinen. Die schädliche Wirkung, von überreichlichem Konserven-genuss kann daher mit frischem Obst hintangehalten werden. Sicheres über die chemische Naturdieses antiskorbutischen Vitamins ist zurzeit noch nicht bekannt.

Die Vitamine zeigen eine ähnliche Wirkung wie die Hormone; beide können in kleinstenMengen wirken, also eine Art katalvtischen, enzymatischen oder fermentativen Einfluss auf den Stoff-wechsel ausüben (Prof. Rob. Hub er, Zürich).

Viviparie, echte Bildung von vegetativen, abfallenden und selbständig entwicklungsfähigen Organen(Laubsprosse, Knöllchen, Bulbillen) an Stelle von Blüten und Früchten (I 171, 244, 308, 310; VIIFig. 1177, 1166.) (Juncus alpinus, Allium- und Lilium-Arten, Chlorophytum [VII Fig. 1166], Polygonumviviparum [III 197], Saxifraga-Arten usw.). Siehe auch Pseudoviviparie, Verlaubung und Vergrünung.

Vlies (Samen) V/i 460.

Vogelblütler I/CXLIV (siehe Ornithophilie und Fig. 1120, 1167).

Vollkugelkissen IV/i 413.